XXXXIV. “health”

hallo. Wollte nur mal erinnern wie schön es eigentlich ist, wenn man gesund ist. Ich mein vor lauter Problemen, die wir uns ständig machen, vergessen wir das sehr schnell. Es ist schon immer wieder faszinierend wie schnell sich die Dinge relativieren können , wenn man verletzt oder krank ist. Sind wir wieder fit und gesund, patsch! Ist alles wieder im alten Muster. Das Streben nach mehr und die ständige Unzufriedenheit nehmen wieder Kurs und fahrt auf. Je besser es uns geht, desto unglücklicher sind wir. Der Glücksfaktor ist einfach ausgereizt. In Vorarlberg geht es den Menschen besonders gut, jetzt könnt ihr euch vorstellen wie unzufrieden die Menschen hier sind. Es betrifft aber die meisten Menschen auf der ganzen Welt, besonders eben in Ländern mit hohem Lebensstandard.

” Besonders überwiegt alle äußeren Güter so sehr, dass wahrlich ein gesunder Bettler glücklicher ist, als ein kranker König”

Arthur Schopenhauer

 

XXXXIII. “Ayahuasca”

 

Namaste Brüder und Schwester. Man könnte ja meinen, dass man völlig verrückt sein muss wenn man an einer Ayahuasca Zeremonie teilnimmt. Ich kann euch beruhigen, man ist verrückt. Nein Spass, nur ein bischen vielleicht, wobei ich mir manchmal nicht mehr sicher bin ob ich das noch einschätzen kann. Es ist auf jeden Fall ganz anders als man es sich vorstellt. Die Vorurteile und die Verschlossenheit die, die meisten Menschen haben sind alles nur Illusionen und Ängste. Es ist nicht Real. Ich bin nämlich davon überzeugt, dass wenn ein Mensch erst mal damit beginnt sich selbst zu finden, er mehr und mehr risikobereit wird und immer weniger Angst von den möglichen Konsequenzen die eventuell auftreten könnten hat. Es beginnt zuerst mal damit sich von den Gesellschaftlichen Zwängen zu lösen, temporär ist anfangs mehr als genügend. Man erfährt sehr schnell wie es ist als Beobachter aufzutreten. Anfangs ein wenig verwirrend, weil man oft nicht glauben kann wie ferngesteuert die Mehrheit herumirrt. Doch mit der Zeit wird man einsehen, dass dieses herumirren die Realität ist. Mit der Zeit dann spürt man wie die Angst immer mehr vergeht, welche Angst es auch sein mag, sie vergeht mit der Zeit.

Normale Dinge stellen keinen Reiz mehr da, weil man oft sehr schnell die Oberflächlichkeit und Falschheit erkennt. Diese Umstände haben mich zuerst zu Yoga geführt und jetzt zu Ayahuasca. Für die, die es zum ersten mal lesen oder noch nie davon gehört haben. Es handelt sich um eine Brühe aus bestimmten Pflanzen, aus denen im wesentlichen der Wirkstoff DMT entsteht.Ayahuasca ist für mindestens 75 verschiedene indigene Stämme in der Amazonas Region die Grundlage der traditionellen Medizin, aber die Geschichte von Ayahuasca selbst ist relativ unbekannt. Es ist das stärkste Halluzinogen und es fördert das Zellwachstum. Das führt dazu, dass es in der Behandlung für Depressionen und Drogenabhängigkeit, Krebs eingesetzt wird und dabei äußerst gute Ergebnisse erzielt werden. Natürlich ist es von den meisten Staaten verboten.

Wenn mich die Leute jetzt fragen wie es war, denke ich mir immer, was soll ich sagen? Es ist unglaublich schwer in Worte zu fassen. Es ist als ob man versucht einem Blinden die Farben zu erklären. Es geht schlichtweg nicht. Man muss es selbst erlebt haben. Die Ergebnisse sind jedenfalls faszinierend. Man wird mit vielen Dingen aus der Vergangenheit konfrontiert und verarbeitet viele viele Ereignisse und Beziehungen. Dadurch ensteht eine gewisses Gefühl der Befreiung. Es ist aber kein Zuckerschlecken, ganz im Gegenteil, es ist harte Arbeit. Es ist ganz wichtig, dass das “set up” passt. Die Umgebung und die Schamanen müssen Verttrauenswürdig sein.

Ich bin sehr froh diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen. Es war eine der besten Erfahrungen meines Lebens. Die Kultur der Schamanen ist einfach wunderschön. Schlussendlich hat es mich weiter zu mir selbst geführt und meine Erwartungen weit aus übertroffen. Neue Horizonte sind für mich entstanden.

“Die Natur ist nicht stumm, es sind die Menschen die taub sind.” Terence Mckenna

​XXXXII. “the power of love”

 

Zweifel. Der Antrieb unseres Geistes. Ohne Zweifel keine Kritik und ohne Kritik kein Streit. Ohne Streit keine Freiheit und ohne Freiheit kein Frieden. Manchmal wünsche ich mir anders zu sein, als ich bin. Nicht, dass ich wüsste wie ich sein will. Wüsste ich es könnte ich mich darauf konzentrieren zu werden wie ich sein will. Fängt man erst mal an sein dasein zu hinterfragen, dem Leben, der Existenz einen Sinn zu geben, wird man sich schnell bewusst, dass es das eine Rezept nicht gibt. Nichts neues im Grunde. Ich weiss.

Ich denke, dass der Schlüssel in der Kraft der Liebe liegt. Es ist ein Thema, dass einem sehr viel Spielraum lässt. Es ist individuell und jeder hat andere Vorstellungen darüber. Ich bin der Meinung, dass es einem sehr viel abverlangt, wirklich die Kraft der Liebe in sich fließen zu lassen. Es erfordert viel Mut und Bereitschaft zum Risiko. Mut sich einzugestehen was man wirklich will, Mut auf sich selbst zu vertrauen, Mut auf sich selbst zu hören und schlussendlich Mut zum Handeln. Mut zum Risiko. Die größte Angst, die wir in uns tragen, ist uns selbst zu sehen.  Sind wir doch oft so abgelenkt, verstopft mit Einflüssen so, dass gar kein Platz mehr für die Kraft der Liebe ist. So stark sie auch ist, die Kraft, sie braucht Raum und Platz für die volle Entfaltung.  Stellt euch vor, wir würden alle tun was wir lieben. Wie würde die Welt wohl aussehen? Eine neue Welt. Sie würde sich wandeln unsere alte Welt.

Vom Herzen kommen die Impulse was jetzt zu tun ist. Der Kopf will Sicherheit für die Zukunft. Der Weg, die Zukunft zu gestalten, nicht denken, sondern handeln in der Gegenwart.

“Wenn auf der Erde die Liebe herrschte, wären alle Gesetze entbehrlich”

Aristoteles

XXXXI. “careless”

 

Die Überzeugung dass alles seiende Sinnlos ist, Werte und Ziele abzulehnen sind, es wäre doch so einfach wenn man sich auf sowas wirklich einlassen könnte. Doch gehört es dann nicht dazu, sich komplett zu amoralisieren, seine innere Stimme einfach zu ignorieren? Werte, Ehre, geistige Reinheit, Schuld, Gewissen, Karma, Sünde, Scham, usw. einfach ablehnen. Aber wie soll man dann noch lieben können? Hier tun sich für mich viele Widersprüche auf. Ein nüchternes Leben ohne Moral, gab es für mich noch nicht, auch nicht im betäubten Zustand, gerade da wird die innere Stimme laut, so laut, dass sie nicht zu überhören ist. Vielleicht hatte ich aber nur das falsche Betäubungsmittel, weil ich glaube mit dem richtigen ist es möglich die innere Stimme völlig stumm zu kriegen, bzw. taub zu werden, so dass man sie nicht mehr hört oder so geübt ist im überhören, dass Routine einkehrt. Jedoch bin ich der Überzeugung, dass wenn wir nicht hinhören, es uns langsam aber sich von innen heraus langsam auffrisst.

“Wir werden geformt und gestaltet durch das, was wir lieben”

Johann Wolfgang von Goethe

Untergetaucht in einem dunklen Raum, blitzartige Beleuchtung, voll mit Menschen die sich frei bewegen, getragen von den Wellen die aus den Boxen strömen und wie unsichtbare Tsunamis auf einen einprassen, gesendet von einer Nadel die auf einer schwarzen drehende Scheibe den Rhythmus herauskratzt und ein Künstler der die Scheiben streichelt, Technoschuppen, Zürich, International, hier fühle ich mich wohl, hier spürt man die Freiheit des Moments, mit den anderen auf der Flucht oder besser gesagt eine kleine Reise ins Zeitlose. Unglaublich was es für Freude bereiten kann sich einfach nur treiben zu lassen und kurz mal aus der Welt des Irrtums zu verschwinden. Jetzt mal abgesehen von den vielen Drogen die hier konsumiert werden, sind die Leute hier so richtig frei, wenigstens für ein paar Stunden. Man kann es regelrecht fühlen, weil alle tanzen wie es ihnen ist und jeder auf sich konzentriert ist. Toleranz und Freiheit beherrschen den Moment. Sorgenlos. Careless.

“Have you ever think of about you ? …careless”

Der eine oder andere mag sich vielleicht fragen, was sowas mit Yoga zu tun hat. Ich kann nur sagen, sehr viel, natürlich mit einem grinsen im Gesicht, aber für mich ist eine Art Meditation geführt von der Musik. Man muss sich natürlich auch richtig darauf einlassen können.

XXXX. “soul”

Namaste Leute. Für die, die mich noch nicht kennen, ich meditiere und praktiziere Yoga, jeden Tag. Man wird immer fitter, nichts neues. Doch was wirklich faszinierend ist, ist dass ein innerliches aufbäumen sich breit macht, ich kann es noch nicht einstufen, aber es macht sich etwas breit. Was ich eigentlich sagen will ist, dass ich mich aus meiner Komfortzone nicht entfernen will, obwohl ich merke, dass die Art wie ich lebe mich nicht erfüllt, Arbeiten und Geld verdienen und konsumieren. In allen möglichen Formen des Konsums und der Arbeit. Aus Angst und Unwissenheit was ich wirklich in meinem Leben machen will, beziehungsweise für was ich bestimmt bin bewege ich mich noch immer in meiner Komfortzone. Dennoch komm ich voran, in langsamen und manchmal wirklich schweren Schritten, aber es geht voran.

Theorien sagen, dass die meisten von uns mit einer vereinten Seele geboren werden, dass wir uns aber sehr früh von unserer Seele trennen und irgendeinen Platz einnehmen und ein Leben lang irgendwas machen für das wir aber nicht bestimmt sind und einen Preis dafür bezahlen, meistens indem wir es in Süchten ausleben. Jetzt gibt es ein Institut in Costa Rica, dass eben genau diesen Prozess, die Seele mit unserem Ich wieder zu vereinen, ermöglichen soll. Klingt mega einfach. Sie bezeichnen es als Wunder. Ich konnte mir bis vor 2 Monaten nicht vorstellen sogenannte “plant medicine” (Ayahuasca) zu mir zu nehmen, doch jetzt bin ich soweit, beziehungsweise, hab ich gar keine Angst mehr davor irgendein Risiko einzugehen, dass mich weiterbringen kann oder mir mehr Lebensgefühl bereitet. Ich warte gespannt auf meine Erfahrung und werde mit Freude berichten.

XXXIX. “Sinn”

Feinfühlig, sensibel, offen, empfänglich, achtsam, klar so fühle ich mich durch meine tägliche Meditation und Abstinenz von jeglichen Betäubungsmitteln. Ich lerne noch mit meinen Gefühlen umzugehen, aber spüren tue ich mich auf jedenfalls sehr intensiv. Ich würde mich ja liebend gerne von meiner melancholischen, zynischen Haltung gegenüber unserer Gesellschaft trennen aber mit vollem Bewusstsein und bei meinem Beruf ist es eigentlich unmöglich. Täglich irren wir herum, gehen zur Arbeit oder studieren empirische Wissenschaften oder beides, in der Hoffnung Erfüllung in Reichtum, Anerkennung und oder Geld zu finden. Entfernt von unserem wahren Ich, treten die Bedürfnisse nach dem wahren Ich auf, doch sind wir sehr gut im abtöteten des auftretenden Bedürfnisses sich selbst zu finden. Wir sind nicht nur gut, sondern abgerichtet. Manche Menschen spüren sich schon gar nicht mehr und sind überzeugt in ihrem tun. Ich kenne das, die Freude nur noch in einer Sucht zu finden, am Ende der Woche oder nach einem überwundenen Hindernis, wieder ein Rausch, ein austreten aus dem alltäglichen Pein, ein abdriften aus dem Sinnlosen. Stimulationen der Sinne lassen uns weit kommen, natürlich ist das immer individuell, aber jeder nimmt es auf seine Art und Weise wahr, es ist oft eine Sache der Einordnung der auftretenden Gefühle. Wir verwechseln durch ein traumatisches Erlebnis gerne mal Angst mit Aufregung oder Einsamkeit mit den auftretenden Gefühlen mit sich selbst zu beschäftigen. Die Flucht ist einfach, aber man kommt nicht weit. Am schönsten Strand, in der schönsten Wohnung, im schönsten Auto, mit dem schönsten Partner, da ist sie wieder, die Leere, die Unvollkommenheit, das Nichtwissen. Das schöne, wenn man diesen Weg verfolgt, man kriegt eigentlich ständig Rückmeldungen von sich selbst und anderen Menschen. Es macht Spass einen Weg zu verfolgen und an etwas zu glauben, Es passieren Veränderungen und die Seele bäumt sich auf, eigentlich lässt man es nur fließen, oft strömt man gegen Hindernisse, die einem aber nur helfen bzw. einem zeigen was für einen passend ist.

“Ich weiss nicht, ob mein Leben nutzlos und ein Mißverständnis war oder ob es einen Sinn hat” Hermann Hesse

XXXVIII. “selbst”

Hallo zusammen. Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie sich selbst. Auf der Reise der Reflektion und Selbstfindung neige ich oft zu melancholischen Ansichten unserer Welt. Ich bin es Leid über andere zu Urteilen, es steht mir nicht zu, es steht niemandem zu, für mich selbst muss ich entscheiden. Nicht aber weil ich die vermeintlich schönen Dinge, die unsere Sinneslust befriedigen nicht ausgekostet hab, nein ganz im Gegenteil, gelebt hab ich sie, im Exzess. Die Befriedigung der Sinne, vorgelebt bekam ich sie, ich kannte nichts anderes, wie auch, aufgewachsen in einer Gesellschaft in der wenig Platz ist für Gedanken, wenig Platz und Zeit. Doch früh spürte ich die Vergänglichkeit der materiellen Dinge, sie machte sich breit durch eine Leere nach dem Exzess, ob nach dem Rausch durch Drogen oder nach der Befriedigung eines lang ersehnten materiellen Wunsches. Es trieb mich zur Flucht, ein innerer Drang der mich reisen lies, auf der Suche nach mir selbst, doch merkte ich dass ich nicht vor mir weglaufen konnte, ich nahm mich überall hin mit. Auf die besten Partys, an die schönsten Strände, mit den schönsten Frauen. Doch da war sie wieder die Vergänglichkeit. Ich will nicht sagen, dass ich angekommen bin, nein, doch höre ich jetzt auf mich selbst und frage mich selbst, so groß die Versuchungen sind. Mein Herz sagt es mir, immer, nur lerne ich noch genau hinzuhören, denn durch die vielen Stimmen der anderen kann ich oft nicht auf mich selbst hören.

Mehr und mehr fällt es mir leichter die Dinge so zu belassen wie sie sind und konzentriere mich auf mich selbst. Wir können die Welt nur in uns selbst verändern. Wir können und müssen bei uns selbst anfangen. Ich kann nur immer wieder auf die Meditation hinweisen. Natürlich einfach auch Dinge zu tun die man liebt, aber ich finde die klassische Meditation ist unersetzlich und unaustauschbar. Die reine Konzentration auf sich selbst lässt unheimliche Kraft entstehen, eine Kraft die in uns selbst schlummert.

 

“Die Welt zu durchschauen, sie zu erklären, sie zu verachten, mag großer Denker Sache sein. Mir aber liegt einzig daran, die Welt lieben zu können, sie nicht zu verachten, sie und mich nicht zu hassen, sie und mich und alle Wesen mit Liebe und Bewunderung und Ehrfurcht betrachten zu können.”

Hermann Hesse