LV.”narcissism”

Narzissmus. Ein Thema, dass so allgegenwärtig ist, wie wahrscheinlich nie zuvor. Ich denke, viele wissen noch nicht einmal wie viel Narzissten sich in ihrem Umfeld bewegen. Man kann nur hoffen, dass es wenige sind.

Was ist Narzissmus? Eine Liebe, eine misslungene Liebe, eine Liebe die über sich selber nicht hinaus kommt und damit, einen Menschen liebesunfähig macht. Das mag ein hartes Urteil sein, aber es ist die Wahrheit. Narzissmus ist nicht genetisch, er entwickelt sich im Laufe eines Lebens. Narzissmus ist Selbstidealisierung plus Fremdabwertung plus Selbstimmanenz. Grandiosität. Selbstüberschätzung. Arrogant. Mangel an Empathie. Er verdrängt. Er verdammt einen Teil der Wirklichkeit zur Nichtexistenz. Persönliches scheitern, seine eigenen Fehler, seine eigene Schuld wird ständig verdrängt und das macht einen Narzissten unheimlich schwer umgänglich. Er kann sich selbst nicht verbessern, er sieht seine Fehler nicht. Der Narzisst kann nicht als Mensch aufblühen, gefangen in sich selbst. Außerdem neidet er, niemand darf mehr Erfolg haben als er. Die anderen abwerten, sich selbst immer als höher ansehen.

Charakter ist das was der Mensch aus Umwelt und Erziehung macht.

“Wer seine Meinung nie zurückzieht, liebt sich selbst als die Wahrheit”

Joseph Joubert

LIV. “politics”

Wie kann ich helfen ? Was kann ich tun, um dieser Welt etwas zu geben ? Sind das nicht die Fragen die wir uns stellen könnten, sollten, oder sogar müssten ?

Ich finde das eine interessante Sichtweise. Vor allem in diesen Tagen. An Tagen, an denen wir eine neue Regierung wählen können und wir uns ein “besseres” Leben davon erwarten. Dabei arbeiten Parteien mit allen möglichen PR und Marketing Tricks um die Macht an sich zu reißen. Sie verkaufen uns Emotionen und sagen und versprechen uns das was wir hören wollen. Sicherheit, Stabilität, Fortschritt, Wachstum. Sind das nicht schöne Wörter? Natürlich schon. Aber warum sind wir denn so empfänglich dafür? Kann es sein, dass es an der Unsicherheit, an der Instabilität, am Rückschritt und an der Rezession in der Realität oder im eigenen Leben liegt?

Zum ganzen Amtlichen, Öffentlichen, Bürokratischen und Offiziellen verhalte ich mich sehr skeptisch gegenüber und finde es lächerlich und schade, dass immer noch ganze Völker krampfhaft befehlen folgen, während die Regierungen selber nicht wissen was sie wollen.

Will einfach mal einen Anstoß zum nachdenken geben. Ich kann diese feiernden Menschenmassen nur bedingt verstehen. Ich frage mich halt wirklich, ob das ganze nicht eine großer Irrtum ist? Am allerwitzigsten finde ich, dass Österreich sich auch noch so wichtig nimmt. Im Grunde sind wir eine kleine Provinz mit einem Kanzler, der in der großen Welt sowieso nicht ernst genommen wird.

” Ein Feigling, wer sich den Leistungen, Opfern und Gefahren entzieht, die sein Volk zu bestehen hat. Aber ein Feigling und Verräter nicht minder, wer die Prinzipien des geistigen Lebens an materielle Interessen verrät, wer also z.B: die Entscheidung darüber, was zwei mal zwei sei, den Machthabern zu überlassen bereit ist. Den Sinn für die Wahrheit, die intellektuelle Redlichkeit, die Treue gegen die Gesetze und Methoden des Geistes irgend einem andern Interesse zu opfern, auch dem des Vaterlandes, ist Verrat. Wenn im Kampf der Interessen und Schlagworte die Wahrheit in Gefahr kommt, ebenso entwertet, entstellt und vergewaltigt zu werden wie der Einzelmensch, dann ist es unsere einzige Pflicht zu widerstreben und die Wahrheit, das heisst das Streben nach Wahrheit als unseren obersten Glaubenssatz zu retten”

Hermann Hesse

 

LIII. “reality”

Die Wirklichkeit, das schrecklich Schöne, das schrecklich Grausige. Wir Menschen ertragen es so lange, als wir es eben ertragen können. Die Flucht ins geordnete, dogmatische, systematische, übersehbare, das ins Leere führende ist viel naheliegender. Verständlich auch, denn dieser Zustand der Erleuchtung, der nackten Entdeckung trägt das tödliche in sich.

“Wer zum Wahrnehmen der Wirklichkeit erwacht ist, ist von den anderen unweigerlich geschieden.”

Hermann Hesse

Es ist dabei wirklich amüsant zu beobachten wie wichtig wir uns in der Imagination nehmen. Die Wachen nennen die Spiele der Phantasie Flucht und gestehen sich damit zu, dass die Wirklichkeit kein wünschenswerter Ort ist. Man kann auch ohne Betäubungsmittel flüchten. Logisch. Beziehungen, Medien aller Art, Sport, “spirituell bypassing” (Beitrag LI.), Reisen, usw..

Es gibt Menschen die, die Welt nur daraufhin ansehen, was nach genauester Überprüfung sich als scheinbar wertvoll und wichtig erweist. Immer berechnend und bedingt, immer erwartend und getrieben. Wahnsinns Phantasie. Vielmehr ist es die Kunst des Geltenlasssens und Genießens. Die Wirklichkeit und Wahreit ist klar. Das wunderbare liegt im klaren.

“Das für uns Wesentliche erleben wir, unabhängig von allem Äußeren, ganz allein in uns selber. Wie die inneren Strahlungen sich nach außen projezieren, was für Mythen, Gefahren, Lüste, Götter und Teufel wir uns schaffen, das ist objektiv belanglos.”

Hermann Hesse

LII. “thoughts”

Was kann ich tun? Es bleibt mir nichts anderes, als mich allem so bewusst wie möglich zu stellen.

In der Meditation gibt es den Moment, an dem man das Gefühl hat, dass man die Zeit aufhebt. Alles vergangene, seiende, oder noch kommende gleichzeitig zu sehen. Das ist alles gut, alles scheint vollkommen zu sein. Ich habe bis jetzt erfahren dürfen, dass ich der Sünde, der Lust, dem Streben nach materielen Dingen, der Eitelkeit und auch der Verzweiflung bedurfte, natürlich auch immer wieder bedarf. Die Welt immer wieder zu vergleichen, mit der von mir gewünschten Vorstellung. Mit der wahrscheinlich völlig irrsinnigen von mir ausgedachten Vollkommenheit. Das Ziel ist doch, sie zu lassen wie sie ist und ihr gerne anzugehören. Nicht zu kritisieren, sich aber auch nicht den ständigen Balast von anderen zu geben.

Es ist im Grunde leicht zu erkennen, falsche Menschen müssen immer ein Image bewahren und aufrecht erhalten. Ehrlichen Menschen ist es schlichtweg egal. Sie jammern vor allem nicht über andere, denn sie sind mit sich selbst beschäftigt. Bekanntlich ist es ja so: “Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht.” Wir wissen auch, dass der Mensch sein Intellekt zu erstaunlichen Leistungen tranieren kann, während er seiner eigenen Seele nie Herr wird. Workshops, Influencer, Speaker, auch sie können zur Flucht werden. Die Arbeit bleibt immer an einem selbst hängen, da hilft die beste Theorie nicht weiter. Bewusst, Mut zum Risiko, Mut zum Scheitern, Mut zum Sprung ins Ungewisse. Was soll schon passieren? Wie wichtig nehmen wir uns?

“Der Vernünftige verliebt sich leicht in Systeme, er ist immer geneigt seinen Instinkten zu misstrauen”

“Rat geben kann man nur da, wo man die Lage des anderen aus eigenem Erlebnis kennt”

Hermann Hesse

 

LI. “spirtual bypassing”

Spiritual Bypassing. Ein Begriff der sich in der “spirituellen Szene” immer mehr breit macht. Von was ist hier überhaupt die Rede ?

Eine spezielle Art auf dem spirituellen Weg, die Realität zu vermeiden. Spirituelle Vermeidung, wörtlich übersetzt. Es geht um die Tendenz, sich sehr schnell in die geistliche, spirtuelle Welt zu begeben, mit dem Bemühen, verschiedene Aspekte aus der irdischen Realität zu vermeiden. Auf eine Art ist es eine Station auf dem spirituellen Weg, eine für mich ziemlich vertraute Station. Man genießt diese Pseude-Transzendenz, bevor man sich wieder in die Welt der unerledigten Sachen stürzt. Kurz gesagt in die Wahrheit und Realität stürzt. Ein Weg die Realität halbwegs erträglich zu gestalten.  In unterschiedlichsten Formen tretten diese dualen Persönlichkeiten auf.

In einer Welt des Leidens gibt es uns die Möglichkeit uns an Visionen festzuhalten die wir an unserer lokalen Umgebung all zu sehr vermissen. Eine Neigung die einem helfen kann in vielen Situatuionen weniger zu leiden. Gleichzeitig eine Neigung die uns auf dem Weg zur echten Spiritualität, der gelebten Spiritualität, einzig und allein nur davon abhält, ja sogar trennt, von dem was wirklich zählt.

Eine Tendenz sich in den Geist oder Verstand zu flüchten. Ein Kopftripp um sich von der Welt der Gefühle zu lösen. Geht mit der Unfähigkeit einher, aus dem Herzen zu sprechen und gefühltes Erleben wirklich zu verkörpern. Pragmatismus kann hier auch eine große Rolle spielen. Sich stehts auf die Praktiken des Lebens zu stürzen, um in der materiellen Welt Erfolg zu haben, gleichzeitig aber früher oder später spirituell Bankrott zu sein. Das ganze kann aber auch darauf gestüzt sein, dass es kein Fehlverhalten gibt, um die eigene Verantwortung für falsches Handeln zu umgehen. Eine weiter Ausprägung ist der Vergebungsbypass, sich Vergebungen von ungelösten Beziehungsproblemen und Emotionen vorzutäuschen. So als wäre der Vergebungprozess wichtiger, als der Prozess der Heilung. Doch ware Vergebung ist unumgänglich, sie fordert eine echte Konfrontation mit unseren Emotionen und Erlebnissen.

 

“Wach nenne ich den, der mit dem Verstand und Bewußstsein sich selbst, seine innersten unvernünftigen Kräfte, Triebe und Schwächen kennt und mit ihnen zu rechnen weiß.”

Hermann Hesse

 

 

L. “task”

Ein Lebensbild, produziert von der Traumfabrik. Hollywood. Happy End. “Story of my life”. Eine Illusion die uns glücklich machen soll. Schön “step by step” alles abarbeiten. Eine Liste, die wir uns vorgeben lassen. Ein Hamsterrad in das wir gepresst werden. Ist das Bewusstsein erst mal soweit das ganze wahrzunehmen, kann man sagen man presst sich selbst hinein. Mittlerweile ist es fad. Fad wie ein Kaugummi, den man zu lange kaut.

Es muss wohl so sein, dass das Leben jedem eine andere Aufgabe stellt. Eine andere Annahme wäre wohl sehr oberflächlich oder sehr vermessen. Nur diese These gibt für mich Sinn. Eine angeborene Unfähigkeit zum Leben gibt es wohl nicht. So ist es nicht abhängig davon ob wir schwach oder stark sind, arm oder reich, gebildet oder ungebildet. Jeder hat seine einmalige Aufgabe. So hat auch jeder die Chance seine Aufgabe anzunehmen und sich zu verwirklichen. Zumindest sich darin zu versuchen. Ist es nicht das, was einen Menschen anziehend macht? Es lässt einen Menschen strahlen. Ja es hat sogar was heilendes. Auch wenn in den Augen anderer, der Versuchende oftmals als ein Scheiternder wirkt oder als armer angesehen wird.

 

“Ja, sagen Sie zu sich, zu Ihrer Absonderung, Ihren Gefühlen, Ihrem Schicksal! Es gibt keinen andern Weg. Wohin er führt, weiß ich nicht, aber er führt ins Leben, in die Wirklichkeit, ins Brennende und Notwendige. Sie können ihn unerträglich finden und sich das Leben nehmen, das steht jedem offen, der Gedanke daran tut oft wohl, auch mir. Aber ihm entgehen, durch Entschluß, durch Verrat am eigenen Schicksal und Sinn, durch Anschluß an die “Normalen”, das können Sie nicht. Es würde nicht lang gelingen und größere Verzweiflung bringen als die jetzige. ”

Hermann Hesse

XLIX. “whimsical”

 

Betrunken von mir selbst. Gott, wie ätzend es sein kann sich dem Leben zu stellen, sich selbst zu stellen. Zumindest glaube ich, dass ich das tue. Zu behaupten erleuchtet zu sein wäre ein Fehler. Nein, es wäre Dummheit.

Wissen. Die wahrscheinlich stärkste Ressource der Machtausübung. Kontrolliert man sie, hat man die Macht. Meinungsmanagement ist billiger als echte Gewalt. Der Mensch verhält sich von Natur aus nicht rational, wir sind freiheitsliebend. Wir wären freiheitsliebend. Wir haben nicht einmal mehr das Wissen welche Manipulationen auf uns ausgeübt werden. Die Schwachstellen unserer Geistes werden ausgenutzt und wir merken es nicht einmal. Mentalvergiftung. Wir, das Volk, die Schafe, wir lassen uns mit offenen Augen betrügen. Die Eliten und das Volk. Wer erfindet solche Unterscheidungen? Kategorien die wir einfach so akzeptieren. Das schweigen der Schafe. Aphatie. Wir folgen einfach blind der Horde und überhören gerne die innere Stimme, die oftmals versucht was anderes zu sagen.

Okay für heute wieder genug “gejammert” oder bewusst wahrgenommnen. Ich beginne wieder bei mir selbst. Alles geht von mir aus.  Alles. Einfach alles. Hier ist meine Situation. Wo stehe ich? Über was definiere ich mich? Bin ich es selbst oder sind es andere die mich steuern? Gebe ich anderen die Schuld? Nutze ich meine Chance? Das ist mein Leben, meine Chance, meine Möglichkeit.

Lasst uns annehmen, wir könnten unsere Träume selbst gestalten. Die Nacht wird zum Tag. Der Schlaf, bzw. der Traum komplett frei für Fantasie. Wie würde er aussehen ?

“Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel”

Friedrich Nietzsche