XLVIII. “perspective”

Geplagt von täglichen Sinnlosigkeitsattacken lebe ich so durch den Tag. Viele Gedanken kreisen immer wieder durch meinen Kopf. Ist es doch Fluch und Segen zugleich sensibel zu sein, zu spüren ob die Menschen etwas bedrückt, ja oft sogar zu sehen was sie bedrückt. Wir Menschen verlieren immer mehr an Echtheit, anders gesagt, ein verblassen der Bedeutsamkeit breitet sich aus.  Im Schleier des Scheins verstecken wir unsere Ängste. Wird doch immer so getan als ob wir uns so extrem Entwickeln. Es ist oft die Rede von der Entwicklung des Menschen. Sind es aber nicht die Maschinen die sich immer weiterentwickeln? Ist der Mensch nicht schon lange stehengeblieben? Oder hemmt die Technik unsere Entwicklung als menschliches Wesen? Es ist ein sehr komplexes Thema und man kann auch hier nur sehr schwer eine pauschale Aussage darüber treffen. Meiner Meinung nach ist es so, dass wir unsere Menschlichkeit immer weniger ausleben. Wir verblassen ein Stück weit.

Für mich ist es faszinierend zu sehen mit welchen Gedankenmuster wir aufwachsen. Alle Ideale bekommen wir eingeimpft. Der Raum zum freien Denken wird vollgestopft, sodass die Moral gar keine Luft mehr kriegt. Total voreingenommen versuche ich mich immer mehr von meinen Paradigmen zu lösen, die mir mein Ego dauernd diktiert. Es ist ein Wechselspiel. Umso nüchterner ich werde, desto betrübter wird mein Blick auf das herrschende Chaos. Jeder Schein lässt sich durch diese Nüchternheit durchbrechen. Das macht es sehr mühsam, denn richtig authentisch ist fast niemand mehr. Bin ich es ?

“Außerhalb der Box” zu denken, es sagt sich so leicht. Was heißt das denn ? Was ist meine Box? Und wie groß, oder besser wie klein ist sie ? Vortrag um Vortrag, Buch um Buch, auf irgendeine Art wird das selbe gepredigt. Sehe ich das so ? Innerhalb meiner Box ? Oder ist es die Klarheit die mich einfach die Realität sehen lässt?

“Es gibt nur ein perspektifisches Sehen, nur ein perspektifisches Erkennen und je mehr Affekte wir über eine Sache zu Wort kommen lassen, je mehr Augen, verschiedene Augen wir uns für dieselbe Sache einzusetzen wissen, um so vollständiger wird unser Begriff dieser Sache, unsere Objektivität.”

Friedrich Nietzsche

 

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