XXXIV. “holistic/Holismus”

 

Hallo zusammen! Meinen letzten Eintrag schrieb ich an einem Spätsommertag, also schon eine Weile her. Mein Leben zieht mich ordentlich in den Bann im Moment, um ehrlich zu sein, manchmal zu stark. Dennoch ist Yoga mein stetiger Begleiter, nur alles unter einen Hut zu bringen verlangt viel von mir ab und das Schreiben leidet ein bischen darunter. So viel dazu.

Ein Thema, dass mich so richtig fasziniert ist die Holistik des Menschen, vorweg gleich ein Buchtipp von Prof. Drr. Johannes Huber, der Holistische Mensch. Beim Holismus geht es um die Gesamtheit der natürlichen Systeme, die Vorstellung, dass diese Systeme als Ganzes betrachtet werden und nicht als Zusammensetzung ihrer Teile angesehen werden. Das ist die Voraussetzung für ein funktionierendes System. In Buch von Johannes Huber werden z.B. Themen wie künstliche Befruchtung, Sexualität, Schwangerschaft, Stress behandelt und auch für medizinische Laien erklärt. Ich finde es ist ein muss es zu lesen.

Von dem, dessen Fürsorge das ganze Weltall umfasst, sind alle Dinge so angeordnet, wie es zur Erhaltung und Vollkommenheit des ganzen erforderlich ist, sodass jeder Teil wirkt und leidet, wie es ihm eben hiernach zukommt und so weit eben hiernach sein Vermögen reicht. Über diese besonderen Teile sind Herrscher gesetzt, ihr Tun und Leiden durchgängig bis in die kleinsten Teile zu befördern. Ein solches Teilchen bist nun auch du, armer Sterblicher, welches, so klein es ist, doch allezeit auf die Zwecke des Ganzen hinarbeitet und in ihnen einen Zweck hat. Du aber bedenkst eben dies nicht und es bleibt dir verborgen, dass alles, was entsteht, eben nur um deswillen entsteht, damit jenes Wesen, welches dem Leben des ganzen zu Grunde liegt, ein glückseliges sei und dass dies ganze nicht um deinetwillen geworden ist, sondern du um des Ganzen willen. Arbeitet doch auch jeder verständige Künstler und Arzt immer auf ein Ganzes hin und indem er immer nach einer allseitigen Vollkommenheit strebt, vollendet er doch wahrlich nicht das Ganze des Teiles, sondern den teil des Ganzen wegen.

Platon (Nomoi X,903b-c,übersetzt von Franz Susemihl)

Eine Vorstellung die mir sehr gefällt, weil sie auch irgendwie eine Verwestlichung der Yogaphilosophie ist, für mich persönlich, nur dass die Holistik mit vielen Fakten aus der Wissenschaft Beweise liefert und anhand von vielen Beispielen genau erklärt wie und was in unserem Körper und Geist vorgeht.

Wusstet ihr zum Beispiel, dass die in den letzten 30 Jahren die Spermienzahl pro Samenerguss im Durchschnitt um 50 %  gesunken ist?  Dramatisch eigentlich. Aber die Willhaben Mentalität, lässt im Moment nichts anderes zu. Es sind Themen die uns alle betreffen, jeden einzelnen. Ich bin auch überzeugt, dass jeder hier etwas für sich rausziehen kann und positives bewirken kann.

 

XXXIII. “Irrtum/error”

 

Guten Tag. Wow! Vorarlberg zeigt sich an diesem Spätsommertag wieder mal von der schönsten Seite.  “flora und fauna” sind erweckt, es zieht mich förmlich an. Tatendrang und Unternehmungslust regieren mich an solchen Tagen. Man spürt einfach für was man lebt. Darum möchte ich heute gut gelaunt und positiv gestimmt, diesen Eintrag mit euch teilen.

Ich hatte in den letzten Wochen öfters interessante Begegnungen und Gespräche über den Menschen, besonders über Irrtum und Illusion. Ich finde es relativiert sich so immens viel, wenn man sich mit Ansichten von früheren großen Denkern beschäftigt. Ein ca. 70 jähriger Berliner und ehemaliger Kunsthändler zitierte mir einige Zitate von Göthe. Ich möchte gleich mit einem einsteigen.

Wolfgang Göthe: “Es irrt der Mensch, solang er strebt.”

Eine faszinierende Beschreibung unsere Verhaltensmuster, es passt auf jeden. Auf dem Wege der Erfüllung, die wir Anstreben irren wir. Bestimmt wird der Irrtum von unserer Erfolgsrate.  Es birgt einige Dinge. Je nach unserem streben, irren wir mehr, d.h. wer mehr strebt irrt auch mehr. Aber kommt es nicht auf die Art des Motives aus dem wir streben? Ich denke schon. Bis zu einem gewissen Grade auch steuerbar, aber unmöglich Abschnitte auf dem Wege des Strebens, nach gewissen Erfolgen und Wünschen im Geiste vorherzusehen. Spannend!

Auf dem Wege des Strebens machen wir unheimliche Erfahrungen, vorausgesetzt, wir lassen diese zu. Wir irren fast andauernd und auch dafür gibt es Gründe.

Wolfgang Göthe: “Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum oben auf, und es ist ihm wohl und behaglich, im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.”

Und am Ende schließt sich der Kreis für mich, zumindest manchmal. Das ganze führt mich auf die Yogapraxis und vor allem zum meditieren zurück, weil es eine gesunde Art und Weise ist um Erfahrungen und Einflüsse die durch Irrtümer geprägt sind zu verarbeiten. So verstehe ich es, das wahre immer wieder zu wiederholen, in dem ich versuche es in mir zu finden. Nicht zu vergessen, dass Irrtümer über Gegenstände der Bekanntschaft nicht gleichzusetzen sind mit Irrtümern von physikalischen Gegenständen.

 

 

XXXII. “day by day”

 

Hallo zusammen. Es ist schon faszinierend wie schwer es mir oft fällt, nicht zu glauben, dass sich etwas Tag für Tag weiterentwickeln kann, bzw. nicht so dass es spürbar ist. Ich praktiziere täglich und versuch mich auf jeden einzelnen Tag zu konzentrieren, aber es ist nicht nur beim Yoga so, dass gut Ding einfach weile braucht. Man befindet sich im Leben oft auf einem “tableau”, an einem Punkt an dem man das Gefühl hat, dass es nicht weitergeht, doch dann befindet man sich mitten drin im Entwicklungsprozess. Die Ergebnisse sind einfach oft später spürbar, sowohl mental als auch physisch.

Die meisten Menschen in Vorarlberg definieren sich auf ihren Status und denken immer, dass sich ihr innerliches Wohlbefinden durch eine neues Objekt verbessert. Ich fühle mich oft wie ein Freigeist, oder als Beobachter von solchen Phänomenen. Ich stell mich nicht mental über andere aber, so nehme ich die Welt hier war. Oftmals ist es sehr trostlos, aber es gibt auch Menschen die mir gleichgesinnt sind. Wir bestimmen selbst in welche Politik wir verfolgen, welche elementaren Zukunfstentscheidungen wir treffen, wir sollten es aber nicht überhastet tun, denn meistens sind wir ganz weit von unserem tieferen inneren und gewollten entfernt. Yoga ist nicht die Offenbarung, aber es ist ein weg, Zufriedenheit, Gesundheit und vor allem Freiheit nicht von materiellen Dingen abhängig zu machen.

Yoga does not just change the way we see things, it transforms the person who sees. (B.K.S. Iyengar)

XXXI. “think positive”

 

Positives Denken. Frei sein von Kränkungen und Belastungen aus der Vergangenheit und  Ängsten in der Zukunft. So würde ich positives denken definieren. Sich nicht hängen lassen, “ins tun kommen”.

Ein weiterer Terroranschlag hat Europa erreicht, das System und seine Folgen, würde ich mal sagen. Unterdrückung und Leid wird frei, es rächt sich. Wir haben ja Routine im ignorieren von solchen Dingen, oder besser gesagt, wir sind selber mit unseren eigenen Problemen überwältigt und überhaupt fühlt es sich an als könnte man absolut gar nichts gegen diesen Wahnsinn anrichten. So als ob man versucht unter dem Regen durch zu laufen , ohne Nass zu werden.

Ich kann mich immer noch nicht genau entscheiden wie ich denn meinen Blog so gestalten soll, es sind so viele Themen die mich immer wieder beschäftigen. Jedenfalls bin ich immer noch überzeugt von meiner Yogapraxis, denn ich kann hier immer wieder meine kleinen Erfolge einfahren und es fühlt sich wie ein Fangnetz an in das ich mich hinein fallen lassen kann, wenn bei mir gar nichts mehr geht. Es gibt mir ein immer besseres Gefühl für mich selbst und ich kann positiv auf andere wirken.

Die Bhagavad Gita erklärt, was Karma (=Handeln) für uns bedeutet: Wir müssen handeln, denn das ist unsere Bestimmung im Leben, sollen es aber tun, ohne nach den Ergebnissen unserer Handlung zu schielen. Unsere Handlungen sollen also nicht durch bestimmte Erwartungen motiviert werden. Wir handeln aus Liebe.

It’s not your history but your presence on your mat that matters. (Patthabi Jois)

XXX. “focus”

 

Hallo zusammen. Ich dreh mich im Kreis. Eine  gemütliche Schlafnacht steht mir bevor. Der Regen macht die Musik zum einschlafen, eines der von mir am meisten geliebten Geräusche. Es wirkt so beruhigend auf mich. Der Himmel macht Musik.

Ich hab vor 2 Jahren mit meiner Yogapraxis angefangen, fast auf den Tag genau. Heute merke ich, auf der einen Seite die ganzen positiven Aspekte und Ergebnisse und dennoch hab ich auf der anderen Seite das Gefühl, dass ich wieder an einem Punkt angelangt bin an dem ich mich ausruhe. Unzufriedenheit beherrscht im Moment meinen Geist, ich kann meine Einflüsse nicht ganz bewältigen und weiss oft selber nicht genau für was ich den wirklich stehe. Ich denke es liegt auch daran, dass ich diese Rolle als Yogi  nicht zu 100 Prozent annehme und mich auch leicht ablenken lasse, von den süßen Sünden und Verlockungen des Lebens.

Ich hab mich jetzt entschieden einen Schritt weiter zu gehen und mich darauf vorzubereiten Yogastunden zu geben und zu Unterrichten. Am Anfang auf freiwilliger Basis natürlich. Ich denke, Yoga zu Unterrichten heisst auch eine gewisse Verantwortung zu übernehmen und einen Schritt weiter zu gehen in der eigenen Praxis.

„Selbstschätzung ist unverzichtbar um glücklich zu sein. Wenn du dich selbst nicht wohl in deiner Haut fühlst, ist es schwer, überhaupt für irgendetwas ein gutes Gefühl zu haben.“ (Mandy Hale)

XXIX. “Nie”

 

 

Hallo an die, die meinen Blog gelegentlich verfolgen. Ich möchte heute erstmals ein wenig ausholen und mich zurückmelden. Fast täglich denke ich auch daran zu schreiben, doch benötige ich  im Moment auch immer wieder immens viel Überwindung , es zu tun. Irgendwie herrscht eine gewisse Verbundenheit. Ich kann es nicht so genau erklären. Ich schiebe es darauf, dass ich von meiner Arbeit als Croupier und dem Leben daneben so eingenommen bin, dass mir schlichtweg die Kraft dafür fehlt. Yoga zu praktizieren, und sich größtenteils mit Menschen zu umgeben, die von dieser Lebensweise ganz weit entfernt leben, stellt mich vor eine, wie es scheint, fast unbezwingbare Hürde. Bin oft einfach sehr hin und her gerissen, obwohl ich in nüchternen gelassenen Momenten für mich, genau spüre was für mich gut ist, erwische ich mich immer wieder dabei wie ich mich selbst belüge. An etwas wirklich zu glauben, was einem eventuell hilft gesund durchs Leben zu gehen, will unsere Gesellschaft so etwas Überhaupt? Die Wirtschaft dirigiert unseren Rhythmus, soweit wir es zulassen, das ist klar, doch gefangen sind wir auf eine Art alle zusammen. Das Geld ist nicht Genug, Nie. Entweder Arbeiten um zu Leben oder leben um zu Arbeiten, zweiteres würd ich bevorzugen doch den Unterschied darin durfte ich glaub noch nicht so richtig erfahren. Wie dem auch sei, so denke ich, dass wir extrem mit diesem Druck leben und teilweise  schon gar nicht mehr spüren dass wir uns im Hamsterrad der Fremdbestimmung bewegen. Man wird älter und älter und sagt sich vielleicht, ja mit 30, da, dann aber wirklich, mit 40 vielleicht, da möchte ich dieses und jenes haben und machen und dann, ja dann, kommt man irgendwann drauf, dass man vieles was man machen will gar nicht mehr machen kann und vieles nie haben wird. Aber man weiss es nicht genau, weil möchte man alt werden oder doch intensiv und voll von Exzessen leben?. Doch wie macht man das am besten?

Ich melde mich wieder, sobald ich wieder Luft bekomme, in meiner Zwangsjacke =)

XXVIII. “Zeit”

 

Zeit. Eine vom Menschen geschaffene physikalische Größe. Jeder “weiss” im Grunde was es bedeutet, doch müsste man es einem Fragenden erklären, trau ich mich zu behaupten, dass man sich schwer tun würde, obwohl man ständig von ihr getrieben wird und es jeden betrifft. Tut man es nicht, taucht man ab. “Die Zeit steht still”, jeder kennt dieses Gefühl. Man will aber so viel wie möglich erleben und merkt im gleichen Zug  wie einem die Zeit davon läuft, so fühlt es sich zumindest an. Also man bewegt sich in einem Raum in dem man sich immer überlegt was man als nächstes tut. Dazwischen schaffen wir uns Räume in denen die Zeit steht, d.h. wir tun etwas um diesen Raum zu schaffen um dieses Gefühl zu erlangen oder eben nichts zu denken. Das Gefühl im jetzt zu Leben. Ist es nicht total absurd, sich in diesem Hamsterrad der Fremdbestimmung zu bewegen? Sich ständig von der Zeit steuern zu lassen? Irgendwie wie ist es das schon, trotzdem lassen wir es zu.

Jemand hat mir mal gesagt, die Zeit würde uns wie ein Raubtier ein Leben lang verfolgen. Ich möchte viel lieber glauben, dass die Zeit unser Gefährte ist, der uns auf unserer Reise begleitet und uns daran erinnert, jeden Moment zu genießen, denn er wird nicht wiederkommen. Was wir hinterlassen ist nicht so wichtig wie die Art, wie wir gelebt haben. Denn letztlich […] sind wir alle nur sterblich.

Jean-Luc Picard