​XXXXII. “the power of love”

 

Zweifel. Der Antrieb unseres Geistes. Ohne Zweifel keine Kritik und ohne Kritik kein Streit. Ohne Streit keine Freiheit und ohne Freiheit kein Frieden. Manchmal wünsche ich mir anders zu sein, als ich bin. Nicht, dass ich wüsste wie ich sein will. Wüsste ich es könnte ich mich darauf konzentrieren zu werden wie ich sein will. Fängt man erst mal an sein dasein zu hinterfragen, dem Leben, der Existenz einen Sinn zu geben, wird man sich schnell bewusst, dass es das eine Rezept nicht gibt. Nichts neues im Grunde. Ich weiss.

Ich denke, dass der Schlüssel in der Kraft der Liebe liegt. Es ist ein Thema, dass einem sehr viel Spielraum lässt. Es ist individuell und jeder hat andere Vorstellungen darüber. Ich bin der Meinung, dass es einem sehr viel abverlangt, wirklich die Kraft der Liebe in sich fließen zu lassen. Es erfordert viel Mut und Bereitschaft zum Risiko. Mut sich einzugestehen was man wirklich will, Mut auf sich selbst zu vertrauen, Mut auf sich selbst zu hören und schlussendlich Mut zum Handeln. Mut zum Risiko. Die größte Angst, die wir in uns tragen, ist uns selbst zu sehen.  Sind wir doch oft so abgelenkt, verstopft mit Einflüssen so, dass gar kein Platz mehr für die Kraft der Liebe ist. So stark sie auch ist, die Kraft, sie braucht Raum und Platz für die volle Entfaltung.  Stellt euch vor, wir würden alle tun was wir lieben. Wie würde die Welt wohl aussehen? Eine neue Welt. Sie würde sich wandeln unsere alte Welt.

Vom Herzen kommen die Impulse was jetzt zu tun ist. Der Kopf will Sicherheit für die Zukunft. Der Weg, die Zukunft zu gestalten, nicht denken, sondern handeln in der Gegenwart.

“Wenn auf der Erde die Liebe herrschte, wären alle Gesetze entbehrlich”

Aristoteles

XXXXI. “careless”

 

Die Überzeugung dass alles seiende Sinnlos ist, Werte und Ziele abzulehnen sind, es wäre doch so einfach wenn man sich auf sowas wirklich einlassen könnte. Doch gehört es dann nicht dazu, sich komplett zu amoralisieren, seine innere Stimme einfach zu ignorieren? Werte, Ehre, geistige Reinheit, Schuld, Gewissen, Karma, Sünde, Scham, usw. einfach ablehnen. Aber wie soll man dann noch lieben können? Hier tun sich für mich viele Widersprüche auf. Ein nüchternes Leben ohne Moral, gab es für mich noch nicht, auch nicht im betäubten Zustand, gerade da wird die innere Stimme laut, so laut, dass sie nicht zu überhören ist. Vielleicht hatte ich aber nur das falsche Betäubungsmittel, weil ich glaube mit dem richtigen ist es möglich die innere Stimme völlig stumm zu kriegen, bzw. taub zu werden, so dass man sie nicht mehr hört oder so geübt ist im überhören, dass Routine einkehrt. Jedoch bin ich der Überzeugung, dass wenn wir nicht hinhören, es uns langsam aber sich von innen heraus langsam auffrisst.

“Wir werden geformt und gestaltet durch das, was wir lieben”

Johann Wolfgang von Goethe

Untergetaucht in einem dunklen Raum, blitzartige Beleuchtung, voll mit Menschen die sich frei bewegen, getragen von den Wellen die aus den Boxen strömen und wie unsichtbare Tsunamis auf einen einprassen, gesendet von einer Nadel die auf einer schwarzen drehende Scheibe den Rhythmus herauskratzt und ein Künstler der die Scheiben streichelt, Technoschuppen, Zürich, International, hier fühle ich mich wohl, hier spürt man die Freiheit des Moments, mit den anderen auf der Flucht oder besser gesagt eine kleine Reise ins Zeitlose. Unglaublich was es für Freude bereiten kann sich einfach nur treiben zu lassen und kurz mal aus der Welt des Irrtums zu verschwinden. Jetzt mal abgesehen von den vielen Drogen die hier konsumiert werden, sind die Leute hier so richtig frei, wenigstens für ein paar Stunden. Man kann es regelrecht fühlen, weil alle tanzen wie es ihnen ist und jeder auf sich konzentriert ist. Toleranz und Freiheit beherrschen den Moment. Sorgenlos. Careless.

“Have you ever think of about you ? …careless”

Der eine oder andere mag sich vielleicht fragen, was sowas mit Yoga zu tun hat. Ich kann nur sagen, sehr viel, natürlich mit einem grinsen im Gesicht, aber für mich ist eine Art Meditation geführt von der Musik. Man muss sich natürlich auch richtig darauf einlassen können.

XXXX. “soul”

Namaste Leute. Für die, die mich noch nicht kennen, ich meditiere und praktiziere Yoga, jeden Tag. Man wird immer fitter, nichts neues. Doch was wirklich faszinierend ist, ist dass ein innerliches aufbäumen sich breit macht, ich kann es noch nicht einstufen, aber es macht sich etwas breit. Was ich eigentlich sagen will ist, dass ich mich aus meiner Komfortzone nicht entfernen will, obwohl ich merke, dass die Art wie ich lebe mich nicht erfüllt, Arbeiten und Geld verdienen und konsumieren. In allen möglichen Formen des Konsums und der Arbeit. Aus Angst und Unwissenheit was ich wirklich in meinem Leben machen will, beziehungsweise für was ich bestimmt bin bewege ich mich noch immer in meiner Komfortzone. Dennoch komm ich voran, in langsamen und manchmal wirklich schweren Schritten, aber es geht voran.

Theorien sagen, dass die meisten von uns mit einer vereinten Seele geboren werden, dass wir uns aber sehr früh von unserer Seele trennen und irgendeinen Platz einnehmen und ein Leben lang irgendwas machen für das wir aber nicht bestimmt sind und einen Preis dafür bezahlen, meistens indem wir es in Süchten ausleben. Jetzt gibt es ein Institut in Costa Rica, dass eben genau diesen Prozess, die Seele mit unserem Ich wieder zu vereinen, ermöglichen soll. Klingt mega einfach. Sie bezeichnen es als Wunder. Ich konnte mir bis vor 2 Monaten nicht vorstellen sogenannte “plant medicine” (Ayahuasca) zu mir zu nehmen, doch jetzt bin ich soweit, beziehungsweise, hab ich gar keine Angst mehr davor irgendein Risiko einzugehen, dass mich weiterbringen kann oder mir mehr Lebensgefühl bereitet. Ich warte gespannt auf meine Erfahrung und werde mit Freude berichten.

XXXIX. “Sinn”

Feinfühlig, sensibel, offen, empfänglich, achtsam, klar so fühle ich mich durch meine tägliche Meditation und Abstinenz von jeglichen Betäubungsmitteln. Ich lerne noch mit meinen Gefühlen umzugehen, aber spüren tue ich mich auf jedenfalls sehr intensiv. Ich würde mich ja liebend gerne von meiner melancholischen, zynischen Haltung gegenüber unserer Gesellschaft trennen aber mit vollem Bewusstsein und bei meinem Beruf ist es eigentlich unmöglich. Täglich irren wir herum, gehen zur Arbeit oder studieren empirische Wissenschaften oder beides, in der Hoffnung Erfüllung in Reichtum, Anerkennung und oder Geld zu finden. Entfernt von unserem wahren Ich, treten die Bedürfnisse nach dem wahren Ich auf, doch sind wir sehr gut im abtöteten des auftretenden Bedürfnisses sich selbst zu finden. Wir sind nicht nur gut, sondern abgerichtet. Manche Menschen spüren sich schon gar nicht mehr und sind überzeugt in ihrem tun. Ich kenne das, die Freude nur noch in einer Sucht zu finden, am Ende der Woche oder nach einem überwundenen Hindernis, wieder ein Rausch, ein austreten aus dem alltäglichen Pein, ein abdriften aus dem Sinnlosen. Stimulationen der Sinne lassen uns weit kommen, natürlich ist das immer individuell, aber jeder nimmt es auf seine Art und Weise wahr, es ist oft eine Sache der Einordnung der auftretenden Gefühle. Wir verwechseln durch ein traumatisches Erlebnis gerne mal Angst mit Aufregung oder Einsamkeit mit den auftretenden Gefühlen mit sich selbst zu beschäftigen. Die Flucht ist einfach, aber man kommt nicht weit. Am schönsten Strand, in der schönsten Wohnung, im schönsten Auto, mit dem schönsten Partner, da ist sie wieder, die Leere, die Unvollkommenheit, das Nichtwissen. Das schöne, wenn man diesen Weg verfolgt, man kriegt eigentlich ständig Rückmeldungen von sich selbst und anderen Menschen. Es macht Spass einen Weg zu verfolgen und an etwas zu glauben, Es passieren Veränderungen und die Seele bäumt sich auf, eigentlich lässt man es nur fließen, oft strömt man gegen Hindernisse, die einem aber nur helfen bzw. einem zeigen was für einen passend ist.

“Ich weiss nicht, ob mein Leben nutzlos und ein Mißverständnis war oder ob es einen Sinn hat” Hermann Hesse

XXXVI. “meditation”

 

Namaste! Ich weiss das dieses Thema für Menschen die noch keine Erfahrung mit Meditation gemacht haben etwas suspekt wirken mag, dennoch bin ich vollstens davon überzeugt dass es bei jedem wirkt, vielleicht dauert es eine Weile bis man wirklich versteht und erfährt was es bedeutet aber dann wirkt es richtig befreiend. In den letzten 3 Wochen hab ich mir die “heiligen Schriften” des Hinduismus und Buddhismus durchgelesen und bin zum Entschluss gekommen dass der einzig wahre Weg ins Niravana, wie auch Buddha das veräußert, die Meditation ist.

Beim Hinduismus ist man gezwungen an einen Gott glauben, der Buddhismus steht für das zwanglose, was es für mich einfach unglaublich zugänglich macht und meine eigene Erfahrung nur bestätigt. Natürlich darf man sich nicht die sofortige Wende erwarten, es hat mich jetzt fast 3 Jahre meines  Lebens gekostet bis ich wirklich mal erfahren durfte was es heißt wirklich zu meditieren, in eine Trance zu verfallen. Sobald der erste wahre Kontakt damit gemacht wird, beginnt dieser Prozess. Durch Yoga kann man sich sehr gut unterstützen und vorbereiten weil es einem hilft in dieser sitzenden Position zu verweilen, das heißt man gewinnt Beweglichkeit und Kraft zurück, sofern man sie nicht schon hat.

In anderen Worten es ist einfach als ob man ein Auto zum Service bringt, die Festplatte leert, man reinigt sein Gehirn oder besser gesagt man schärft seine Sinne für das jetzige Bewusstsein, was es nicht immer einfacher macht, weil man die Dinge öfters als sonst sehr klar erkennt und es einen dann auch erschrecken kann wie man alltägliche gesellschaftliche, soziale Dinge plötzlich anders betrachtet und sie einem eigentlich gar nie wirklich bewusst waren, bzw. nicht wahrgenommen wurden. Was es dann anstrengend macht ist die Aufarbeitung von bereits erlebten Sachen und da kommen, logisch, immer wieder neue Ereignisse hinzu, das heißt es dauert immer bis man in die Tiefe kommt und wirklich ein Wohlbefinden empfindet, aber hat man das einmal erreicht, macht es richtig süchtig und man strebt danach noch tiefer zu gehen, weil es danach unglaublich befreiend wirkt und man sehr aufmerksam ist, speziell das zuhören fällt einem besonders leicht, um ein Beispiel zu nennen. Aber auch schon während der Meditation wird es als äußerst angenehm empfunden. Eine gewisse Hingabe ist erforderlich aber man wächst stetig daran.

 

„Meine Meditationen sind furchtbar. Ich bin dauernd abgelenkt, denke an alles Mögliche, meine Glieder tun weh und ich schlafe immer ein.”
Der Lehrer antwortete schlicht: „Das geht vorüber.”

Eine Woche später kam der Schüler wieder und sagte:
„Meine Meditationen sind herrlich, ich bin total klar, konzentriert und im Frieden.”
Der Lehrer antwortete schlicht: „Das geht vorüber.”

Bei der Meditation geht es darum, die Wahrheit in jedem Augenblick zu sehen – nicht die absolute Wahrheit, sondern in jedem Moment das Wahre und Unwahre.

Jiddu Krishnamurti

 

 

XXXV. “proles”

 

 

Namaste! direkt aus Sri Lanka. Hier gibt es übrigens den ältesten Baum Asiens, unter dem angeblich Buddha seine Erleuchtung erfahren haben soll. Ich bin überaus beeindruckt von diesem Land, besonders die Natur und das Essen sind atemberaubend. Ich bin hier für fast vier Wochen um meine Yogapraxis richtig zu vertiefen und auch neue Techniken zu erlernen. Im Sri Yoga Shala im Süden des Landes werden alle möglichen Stile unterrichtet, in Form von regelmäßigen Klassen über workshops bis hin zu Teaching Trainings.

Ich lese gerade ein Buch von George Orwell und im Zusammenhang mit diesem Land gibt mir das ganze so richtig zum Nachdenken. Für mich ist es als ob er mir aus der Seele schreibt und in Worten die ich nicht finden könnte zu verstehen gibt wie die Welt funktioniert. Es ist ein absolutes Muss, dieses Buch zu lesen.

Man muss sich im Klaren sein, dass ich hier die Breite Masse ansprechen will, die “proles”, wie er sie im Buch bezeichnet. Es ist doch immer wieder unglaublich faszinierend wie blöd wir eigentlich sind, bzw. was wir alles über uns ergehen lassen während sich ein kleiner Teil der Menschheit sich in die Hände reibt weil wir uns so einfach stimulieren lassen. Die Medien und die Politik führen uns in die Irre und machen uns ständig Angst, setzen uns unter Druck, nur um uns auf Trap zu halten, dass wir ja nicht auf die Idee kommen denn oberen Teil der Gesellschaft zu gefährden. Das lustige am ganzen, es funktioniert, denn auch die vermeintlich intelligenten und gut gebildeten Menschen sind Marionetten der wenigen großen Kapitalisten, weil sie solange zur proles gehören bis sie jemanden von den oberen abgelöst haben oder sich durch eine neue Errungenschaft einen Platz verschaffen. Die Verblendung fängt ganz früh an und wir merken es nicht einmal, weil es sein kann dass unsere Eltern sich bis heute nicht bewusst sind wie das ganze System funktioniert.

Abschließend will ich wieder auf Meditation hinweisen, denn es gibt einem die Möglichkeit im jetzt zu sein und sich nicht von anderen Sachen blenden zu lassen.

WAR IS PEACE

FREEDOM IS SLAVERY

IGNORANCE IS STRENTGH

George Orwell (1984)

XXXIV. “holistic/Holismus”

 

Hallo zusammen! Meinen letzten Eintrag schrieb ich an einem Spätsommertag, also schon eine Weile her. Mein Leben zieht mich ordentlich in den Bann im Moment, um ehrlich zu sein, manchmal zu stark. Dennoch ist Yoga mein stetiger Begleiter, nur alles unter einen Hut zu bringen verlangt viel von mir ab und das Schreiben leidet ein bischen darunter. So viel dazu.

Ein Thema, dass mich so richtig fasziniert ist die Holistik des Menschen, vorweg gleich ein Buchtipp von Prof. Drr. Johannes Huber, der Holistische Mensch. Beim Holismus geht es um die Gesamtheit der natürlichen Systeme, die Vorstellung, dass diese Systeme als Ganzes betrachtet werden und nicht als Zusammensetzung ihrer Teile angesehen werden. Das ist die Voraussetzung für ein funktionierendes System. In Buch von Johannes Huber werden z.B. Themen wie künstliche Befruchtung, Sexualität, Schwangerschaft, Stress behandelt und auch für medizinische Laien erklärt. Ich finde es ist ein muss es zu lesen.

Von dem, dessen Fürsorge das ganze Weltall umfasst, sind alle Dinge so angeordnet, wie es zur Erhaltung und Vollkommenheit des ganzen erforderlich ist, sodass jeder Teil wirkt und leidet, wie es ihm eben hiernach zukommt und so weit eben hiernach sein Vermögen reicht. Über diese besonderen Teile sind Herrscher gesetzt, ihr Tun und Leiden durchgängig bis in die kleinsten Teile zu befördern. Ein solches Teilchen bist nun auch du, armer Sterblicher, welches, so klein es ist, doch allezeit auf die Zwecke des Ganzen hinarbeitet und in ihnen einen Zweck hat. Du aber bedenkst eben dies nicht und es bleibt dir verborgen, dass alles, was entsteht, eben nur um deswillen entsteht, damit jenes Wesen, welches dem Leben des ganzen zu Grunde liegt, ein glückseliges sei und dass dies ganze nicht um deinetwillen geworden ist, sondern du um des Ganzen willen. Arbeitet doch auch jeder verständige Künstler und Arzt immer auf ein Ganzes hin und indem er immer nach einer allseitigen Vollkommenheit strebt, vollendet er doch wahrlich nicht das Ganze des Teiles, sondern den teil des Ganzen wegen.

Platon (Nomoi X,903b-c,übersetzt von Franz Susemihl)

Eine Vorstellung die mir sehr gefällt, weil sie auch irgendwie eine Verwestlichung der Yogaphilosophie ist, für mich persönlich, nur dass die Holistik mit vielen Fakten aus der Wissenschaft Beweise liefert und anhand von vielen Beispielen genau erklärt wie und was in unserem Körper und Geist vorgeht.

Wusstet ihr zum Beispiel, dass die in den letzten 30 Jahren die Spermienzahl pro Samenerguss im Durchschnitt um 50 %  gesunken ist?  Dramatisch eigentlich. Aber die Willhaben Mentalität, lässt im Moment nichts anderes zu. Es sind Themen die uns alle betreffen, jeden einzelnen. Ich bin auch überzeugt, dass jeder hier etwas für sich rausziehen kann und positives bewirken kann.