LI. “spirtual bypassing”

Spiritual Bypassing. Ein Begriff der sich in der “spirituellen Szene” immer mehr breit macht. Von was ist hier überhaupt die Rede ?

Eine spezielle Art auf dem spirituellen Weg, die Realität zu vermeiden. Spirituelle Vermeidung, wörtlich übersetzt. Es geht um die Tendenz, sich sehr schnell in die geistliche, spirtuelle Welt zu begeben, mit dem Bemühen, verschiedene Aspekte aus der irdischen Realität zu vermeiden. Auf eine Art ist es eine Station auf dem spirituellen Weg, eine für mich ziemlich vertraute Station. Man genießt diese Pseude-Transzendenz, bevor man sich wieder in die Welt der unerledigten Sachen stürzt. Kurz gesagt in die Wahrheit und Realität stürzt. Ein Weg die Realität halbwegs erträglich zu gestalten.  In unterschiedlichsten Formen tretten diese dualen Persönlichkeiten auf.

In einer Welt des Leidens gibt es uns die Möglichkeit uns an Visionen festzuhalten die wir an unserer lokalen Umgebung all zu sehr vermissen. Eine Neigung die einem helfen kann in vielen Situatuionen weniger zu leiden. Gleichzeitig eine Neigung die uns auf dem Weg zur echten Spiritualität, der gelebten Spiritualität, einzig und allein nur davon abhält, ja sogar trennt, von dem was wirklich zählt.

Eine Tendenz sich in den Geist oder Verstand zu flüchten. Ein Kopftripp um sich von der Welt der Gefühle zu lösen. Geht mit der Unfähigkeit einher, aus dem Herzen zu sprechen und gefühltes Erleben wirklich zu verkörpern. Pragmatismus kann hier auch eine große Rolle spielen. Sich stehts auf die Praktiken des Lebens zu stürzen, um in der materiellen Welt Erfolg zu haben, gleichzeitig aber früher oder später spirituell Bankrott zu sein. Das ganze kann aber auch darauf gestüzt sein, dass es kein Fehlverhalten gibt, um die eigene Verantwortung für falsches Handeln zu umgehen. Eine weiter Ausprägung ist der Vergebungsbypass, sich Vergebungen von ungelösten Beziehungsproblemen und Emotionen vorzutäuschen. So als wäre der Vergebungprozess wichtiger, als der Prozess der Heilung. Doch ware Vergebung ist unumgänglich, sie fordert eine echte Konfrontation mit unseren Emotionen und Erlebnissen.

 

“Wach nenne ich den, der mit dem Verstand und Bewußstsein sich selbst, seine innersten unvernünftigen Kräfte, Triebe und Schwächen kennt und mit ihnen zu rechnen weiß.”

Hermann Hesse

 

 

L. “task”

Ein Lebensbild, produziert von der Traumfabrik. Hollywood. Happy End. “Story of my life”. Eine Illusion die uns glücklich machen soll. Schön “step by step” alles abarbeiten. Eine Liste, die wir uns vorgeben lassen. Ein Hamsterrad in das wir gepresst werden. Ist das Bewusstsein erst mal soweit das ganze wahrzunehmen, kann man sagen man presst sich selbst hinein. Mittlerweile ist es fad. Fad wie ein Kaugummi, den man zu lange kaut.

Es muss wohl so sein, dass das Leben jedem eine andere Aufgabe stellt. Eine andere Annahme wäre wohl sehr oberflächlich oder sehr vermessen. Nur diese These gibt für mich Sinn. Eine angeborene Unfähigkeit zum Leben gibt es wohl nicht. So ist es nicht abhängig davon ob wir schwach oder stark sind, arm oder reich, gebildet oder ungebildet. Jeder hat seine einmalige Aufgabe. So hat auch jeder die Chance seine Aufgabe anzunehmen und sich zu verwirklichen. Zumindest sich darin zu versuchen. Ist es nicht das, was einen Menschen anziehend macht? Es lässt einen Menschen strahlen. Ja es hat sogar was heilendes. Auch wenn in den Augen anderer, der Versuchende oftmals als ein Scheiternder wirkt oder als armer angesehen wird.

 

“Ja, sagen Sie zu sich, zu Ihrer Absonderung, Ihren Gefühlen, Ihrem Schicksal! Es gibt keinen andern Weg. Wohin er führt, weiß ich nicht, aber er führt ins Leben, in die Wirklichkeit, ins Brennende und Notwendige. Sie können ihn unerträglich finden und sich das Leben nehmen, das steht jedem offen, der Gedanke daran tut oft wohl, auch mir. Aber ihm entgehen, durch Entschluß, durch Verrat am eigenen Schicksal und Sinn, durch Anschluß an die “Normalen”, das können Sie nicht. Es würde nicht lang gelingen und größere Verzweiflung bringen als die jetzige. ”

Hermann Hesse

XLIX. “whimsical”

 

Betrunken von mir selbst. Gott, wie ätzend es sein kann sich dem Leben zu stellen, sich selbst zu stellen. Zumindest glaube ich, dass ich das tue. Zu behaupten erleuchtet zu sein wäre ein Fehler. Nein, es wäre Dummheit.

Wissen. Die wahrscheinlich stärkste Ressource der Machtausübung. Kontrolliert man sie, hat man die Macht. Meinungsmanagement ist billiger als echte Gewalt. Der Mensch verhält sich von Natur aus nicht rational, wir sind freiheitsliebend. Wir wären freiheitsliebend. Wir haben nicht einmal mehr das Wissen welche Manipulationen auf uns ausgeübt werden. Die Schwachstellen unserer Geistes werden ausgenutzt und wir merken es nicht einmal. Mentalvergiftung. Wir, das Volk, die Schafe, wir lassen uns mit offenen Augen betrügen. Die Eliten und das Volk. Wer erfindet solche Unterscheidungen? Kategorien die wir einfach so akzeptieren. Das schweigen der Schafe. Aphatie. Wir folgen einfach blind der Horde und überhören gerne die innere Stimme, die oftmals versucht was anderes zu sagen.

Okay für heute wieder genug “gejammert” oder bewusst wahrgenommnen. Ich beginne wieder bei mir selbst. Alles geht von mir aus.  Alles. Einfach alles. Hier ist meine Situation. Wo stehe ich? Über was definiere ich mich? Bin ich es selbst oder sind es andere die mich steuern? Gebe ich anderen die Schuld? Nutze ich meine Chance? Das ist mein Leben, meine Chance, meine Möglichkeit.

Lasst uns annehmen, wir könnten unsere Träume selbst gestalten. Die Nacht wird zum Tag. Der Schlaf, bzw. der Traum komplett frei für Fantasie. Wie würde er aussehen ?

“Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel”

Friedrich Nietzsche

 

 

 

XLVII. “think”

die Gesellschaft, die Demokratie ist nervös. Es wirkt alles sehr zerbrechlich und labil. Ich versuche diese gesellschaftliche Unruhe als belebend aufzufassen. Temporäre Lichtblicke sind spürbar. Lichtblicke entstehen indem wir Narrative erkennen und aus der Matrix aufwachen. Narrative sind sinnstiftende Erzählungen, die Einfluss auf die Art, wie wir die Welt sehen oder anders gesagt wie die Umwelt wahrgenommen wird. Sie transportieren Werte und Emotionen. Es geht nicht darum einem ratzugeben oder zu belehren, sondern einfach zum Nachdenken anzuregen. In einer Zeit, in der Journalisten die besseren Juristen sind ist es alles andere als einfach ein Ideal zu entwickeln.

“Das Denken widersetzt sich der durchgerechneten Antwort, auch weil es selbst die klare Intuition hat, dass Bedeutung und Sinn sich nicht messen lassen. Es macht oft aufreizend  langsam, wenn es verstehen will, was in der Eile schon entschieden sein muss. Es sucht nach Begriffen, die überzeugen und schätzt aus diesem Grund den Widerspruch sehr. Deshalb kann es, auch wo es behäbig wirkt oder gar narrenhaft, doch zugleich Avantgarde sein, weil es sich gegen alltäglichen Selbstverständlichkeiten sträubt: Es will spielen.”  Die ZEIT Oktober 2018

Haben wir nicht genug von der universellen Politik des Reparierens und der Pflege? Kann digitale Arbeit menschlich sein? Was heißt heute Eigentum? Für wen tragen wir heute Verantwortung? Was ist Heimat? Wofür gibt es nationale Grenzen? Ist die Zeit der Menschenrechte vorbei? Was ist gewiss ?

Worüber denkst du ?

“Wir denken selten beim Licht an Finsternis, beim Glück an Elend, bei der Zufriedenheit an Schmerz, aber umgekehrt jederzeit.” Immanuel Kant

XLI. “careless”

Die Überzeugung dass alles seiende Sinnlos ist, Werte und Ziele abzulehnen sind, es wäre doch so einfach wenn man sich auf sowas wirklich einlassen könnte. Doch gehört es dann nicht dazu, sich komplett zu amoralisieren, seine innere Stimme einfach zu ignorieren? Werte, Ehre, geistige Reinheit, Schuld, Gewissen, Karma, Sünde, Scham, usw. einfach ablehnen. Aber wie soll man dann noch lieben können? Hier tun sich für mich viele Widersprüche auf. Ein nüchternes Leben ohne Moral, gab es für mich noch nicht, auch nicht im betäubten Zustand, gerade da wird die innere Stimme laut, so laut, dass sie nicht zu überhören ist. Vielleicht hatte ich aber nur das falsche Betäubungsmittel, weil ich glaube mit dem richtigen ist es möglich die innere Stimme völlig stumm zu kriegen, bzw. taub zu werden, so dass man sie nicht mehr hört oder so geübt ist im überhören, dass Routine einkehrt. Jedoch bin ich der Überzeugung, dass wenn wir nicht hinhören, es uns langsam aber sich von innen heraus langsam auffrisst.

“Wir werden geformt und gestaltet durch das, was wir lieben”

Johann Wolfgang von Goethe

Untergetaucht in einem dunklen Raum, blitzartige Beleuchtung, voll mit Menschen die sich frei bewegen, getragen von den Wellen die aus den Boxen strömen und wie unsichtbare Tsunamis auf einen einprassen, gesendet von einer Nadel die auf einer schwarzen drehende Scheibe den Rhythmus herauskratzt und ein Künstler der die Scheiben streichelt, Technoschuppen, Zürich, International, hier fühle ich mich wohl, hier spürt man die Freiheit des Moments, mit den anderen auf der Flucht oder besser gesagt eine kleine Reise ins Zeitlose. Unglaublich was es für Freude bereiten kann sich einfach nur treiben zu lassen und kurz mal aus der Welt des Irrtums zu verschwinden. Jetzt mal abgesehen von den vielen Drogen die hier konsumiert werden, sind die Leute hier so richtig frei, wenigstens für ein paar Stunden. Man kann es regelrecht fühlen, weil alle tanzen wie es ihnen ist und jeder auf sich konzentriert ist. Toleranz und Freiheit beherrschen den Moment. Sorgenlos. Careless.

“Have you ever think of about you ? …careless”

Der eine oder andere mag sich vielleicht fragen, was sowas mit Yoga zu tun hat. Ich kann nur sagen, sehr viel, natürlich mit einem grinsen im Gesicht, aber für mich ist eine Art Meditation geführt von der Musik. Man muss sich natürlich auch richtig darauf einlassen können.

XL. “soul”

Namaste Leute. Für die, die mich noch nicht kennen, ich meditiere und praktiziere Yoga, jeden Tag. Man wird immer fitter, nichts neues. Doch was wirklich faszinierend ist, ist dass ein innerliches aufbäumen sich breit macht, ich kann es noch nicht einstufen, aber es macht sich etwas breit. Was ich eigentlich sagen will ist, dass ich mich aus meiner Komfortzone nicht entfernen will, obwohl ich merke, dass die Art wie ich lebe mich nicht erfüllt, Arbeiten und Geld verdienen und konsumieren. In allen möglichen Formen des Konsums und der Arbeit. Aus Angst und Unwissenheit was ich wirklich in meinem Leben machen will, beziehungsweise für was ich bestimmt bin bewege ich mich noch immer in meiner Komfortzone. Dennoch komm ich voran, in langsamen und manchmal wirklich schweren Schritten, aber es geht voran.

Theorien sagen, dass die meisten von uns mit einer vereinten Seele geboren werden, dass wir uns aber sehr früh von unserer Seele trennen und irgendeinen Platz einnehmen und ein Leben lang irgendwas machen für das wir aber nicht bestimmt sind und einen Preis dafür bezahlen, meistens indem wir es in Süchten ausleben. Jetzt gibt es ein Institut in Costa Rica, dass eben genau diesen Prozess, die Seele mit unserem Ich wieder zu vereinen, ermöglichen soll. Klingt mega einfach. Sie bezeichnen es als Wunder. Ich konnte mir bis vor 2 Monaten nicht vorstellen sogenannte “plant medicine” (Ayahuasca) zu mir zu nehmen, doch jetzt bin ich soweit, beziehungsweise, hab ich gar keine Angst mehr davor irgendein Risiko einzugehen, dass mich weiterbringen kann oder mir mehr Lebensgefühl bereitet. Ich warte gespannt auf meine Erfahrung und werde mit Freude berichten.

XXXVI. “meditation”

 

Namaste! Ich weiss das dieses Thema für Menschen die noch keine Erfahrung mit Meditation gemacht haben etwas suspekt wirken mag, dennoch bin ich vollstens davon überzeugt dass es bei jedem wirkt, vielleicht dauert es eine Weile bis man wirklich versteht und erfährt was es bedeutet aber dann wirkt es richtig befreiend. In den letzten 3 Wochen hab ich mir die “heiligen Schriften” des Hinduismus und Buddhismus durchgelesen und bin zum Entschluss gekommen dass der einzig wahre Weg ins Niravana, wie auch Buddha das veräußert, die Meditation ist.

Beim Hinduismus ist man gezwungen an einen Gott glauben, der Buddhismus steht für das zwanglose, was es für mich einfach unglaublich zugänglich macht und meine eigene Erfahrung nur bestätigt. Natürlich darf man sich nicht die sofortige Wende erwarten, es hat mich jetzt fast 3 Jahre meines  Lebens gekostet bis ich wirklich mal erfahren durfte was es heißt wirklich zu meditieren, in eine Trance zu verfallen. Sobald der erste wahre Kontakt damit gemacht wird, beginnt dieser Prozess. Durch Yoga kann man sich sehr gut unterstützen und vorbereiten weil es einem hilft in dieser sitzenden Position zu verweilen, das heißt man gewinnt Beweglichkeit und Kraft zurück, sofern man sie nicht schon hat.

In anderen Worten es ist einfach als ob man ein Auto zum Service bringt, die Festplatte leert, man reinigt sein Gehirn oder besser gesagt man schärft seine Sinne für das jetzige Bewusstsein, was es nicht immer einfacher macht, weil man die Dinge öfters als sonst sehr klar erkennt und es einen dann auch erschrecken kann wie man alltägliche gesellschaftliche, soziale Dinge plötzlich anders betrachtet und sie einem eigentlich gar nie wirklich bewusst waren, bzw. nicht wahrgenommen wurden. Was es dann anstrengend macht ist die Aufarbeitung von bereits erlebten Sachen und da kommen, logisch, immer wieder neue Ereignisse hinzu, das heißt es dauert immer bis man in die Tiefe kommt und wirklich ein Wohlbefinden empfindet, aber hat man das einmal erreicht, macht es richtig süchtig und man strebt danach noch tiefer zu gehen, weil es danach unglaublich befreiend wirkt und man sehr aufmerksam ist, speziell das zuhören fällt einem besonders leicht, um ein Beispiel zu nennen. Aber auch schon während der Meditation wird es als äußerst angenehm empfunden. Eine gewisse Hingabe ist erforderlich aber man wächst stetig daran.

 

„Meine Meditationen sind furchtbar. Ich bin dauernd abgelenkt, denke an alles Mögliche, meine Glieder tun weh und ich schlafe immer ein.”
Der Lehrer antwortete schlicht: „Das geht vorüber.”

Eine Woche später kam der Schüler wieder und sagte:
„Meine Meditationen sind herrlich, ich bin total klar, konzentriert und im Frieden.”
Der Lehrer antwortete schlicht: „Das geht vorüber.”

Bei der Meditation geht es darum, die Wahrheit in jedem Augenblick zu sehen – nicht die absolute Wahrheit, sondern in jedem Moment das Wahre und Unwahre.

Jiddu Krishnamurti