XXXVIII. “selbst”

Hallo zusammen. Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie sich selbst. Auf der Reise der Reflektion und Selbstfindung neige ich oft zu melancholischen Ansichten unserer Welt. Ich bin es Leid über andere zu Urteilen, es steht mir nicht zu, es steht niemandem zu, für mich selbst muss ich entscheiden. Nicht aber weil ich die vermeintlich schönen Dinge, die unsere Sinneslust befriedigen nicht ausgekostet hab, nein ganz im Gegenteil, gelebt hab ich sie, im Exzess. Die Befriedigung der Sinne, vorgelebt bekam ich sie, ich kannte nichts anderes, wie auch, aufgewachsen in einer Gesellschaft in der wenig Platz ist für Gedanken, wenig Platz und Zeit. Doch früh spürte ich die Vergänglichkeit der materiellen Dinge, sie machte sich breit durch eine Leere nach dem Exzess, ob nach dem Rausch durch Drogen oder nach der Befriedigung eines lang ersehnten materiellen Wunsches. Es trieb mich zur Flucht, ein innerer Drang der mich reisen lies, auf der Suche nach mir selbst, doch merkte ich dass ich nicht vor mir weglaufen konnte, ich nahm mich überall hin mit. Auf die besten Partys, an die schönsten Strände, mit den schönsten Frauen. Doch da war sie wieder die Vergänglichkeit. Ich will nicht sagen, dass ich angekommen bin, nein, doch höre ich jetzt auf mich selbst und frage mich selbst, so groß die Versuchungen sind. Mein Herz sagt es mir, immer, nur lerne ich noch genau hinzuhören, denn durch die vielen Stimmen der anderen kann ich oft nicht auf mich selbst hören.

Mehr und mehr fällt es mir leichter die Dinge so zu belassen wie sie sind und konzentriere mich auf mich selbst. Wir können die Welt nur in uns selbst verändern. Wir können und müssen bei uns selbst anfangen. Ich kann nur immer wieder auf die Meditation hinweisen. Natürlich einfach auch Dinge zu tun die man liebt, aber ich finde die klassische Meditation ist unersetzlich und unaustauschbar. Die reine Konzentration auf sich selbst lässt unheimliche Kraft entstehen, eine Kraft die in uns selbst schlummert.

 

“Die Welt zu durchschauen, sie zu erklären, sie zu verachten, mag großer Denker Sache sein. Mir aber liegt einzig daran, die Welt lieben zu können, sie nicht zu verachten, sie und mich nicht zu hassen, sie und mich und alle Wesen mit Liebe und Bewunderung und Ehrfurcht betrachten zu können.”

Hermann Hesse

XXXVII. “social media”

 

Ich möchte diesem Thema eine Überschrift widmen, weil der Großteil der Menschen immens viel Zeit damit verbringt. Keiner weiß was es für Auswirkungen haben wird, man kann nur Mutmaßen. Fakt ist, dass die sozialen Medien darauf ausgelegt sind, die Schwächen der menschlichen Psyche auszunutzen. Sie sind so ausgelegt, dass man möglichst viel Zeit damit verbringt.

„Es ändert euren Umgang mit der Gesellschaft und untereinander“ , so Sean Parker (social Media Pionier Facebook)

Die Jugendlichen und Kinder, aber auch die ältere Generation nehmen es an. Sie neigen dazu zu denken, dass sich da draußen niemand für sie interessiert, besonders Menschen die schon Schwierigkeiten haben holen sich die Selbstbestätigung in der virtuellen Welt, jeder Klick gibt einen kleinen Kick, eine Anerkennung oder eine Selbstbestätigung wenn man so will. Man wird süchtig nach dieser Anerkennung. Statistiken zufolge verbringen Menschen bis zu 4 Stunden pro Tag in sozialen Medien. Die Entwickler der sozialen Medien bauen Effekte ein die einen süchtig machen und uns nicht mehr so frei entscheiden lassen wie wir denken. Der sogenannte „pull to refresh“ Mechanismus macht nachweislich süchtig und abhängig.

„Soziale Medien wurden bereits als noch süchtig machender beschrieben als Zigaretten und Alkohol, und sie sind inzwischen so im Leben der jungen Leute verankert, dass man ihre Wirkungen auf die mentale Gesundheit der Jugendlichen nicht mehr länger ignorieren kann“, so Shirley Cramer (Geschäftsführerin der Royal Society for Public Health)

Das wirklich traurige und ich weiss das aus eigener Erfahrung, man beschäftigt sich ständig mit dem Leben anderer und vergeudet wirklich seine Zeit. Der erste Griff am morgen ist der zum Handy. Darunter leidet natürlich die persönliche Entwicklung, weil einem auch die Zeit fehlt an sich selbst zu arbeiten. Verabschiedet man sich aus diesen Netzwerken, merkt man erstmals wie viel Zeit man den ganzen Tag hat und wie angenehm ruhig es um einen wird, weil man nicht die ganze Zeit irgend einem Ideal nachhetzt oder sich nach dem schönen Leben anderer, teilweise komplett fremder Menschen sehnt. Dabei können sie keine echten Freundschaften ersetzen, darüber hinaus fördern sie Oberflächlichkeit, Radikalisierung und Narzissmus. Selbstmotivation und verbale Kommunikation bleiben total auf der Strecke, werden aber in der realen Welt dringend gebraucht.

Man sieht die Schokoladenseite anderer Menschen und irgendwie lässt es das eigene Leben grauer erscheinen, so nach dem Motto, bei den anderen ist das Gras grüner. Der gesunde Menschenverstand sollte einem dabei helfen hier genau zu unterscheiden, denn wer zeigt sich schon gerne von der schlechten Seite? Nur weil eben immer nur das schöne gepostet wird heisst natürlich nicht dass es bei diesen Menschen keine Schattenseiten gibt.

wie wertvoll sind online Ereignisse ?

Ein Thema, dass man sich vielleicht genauer betrachten sollte. Wie viel Erinnerung kann ich online Erzeugen? Wie wertvoll sind online Ereignisse? Ich denke und nicht nur ich denke so, rein durch die sozialen Medien ist es fast unmöglich nachhaltige Erinnerung zu erzeugen, denn es sind nicht alle Sinne aktiviert und der Informationen überschwemmen unser Gehirn. In Erinnerung bleibt es uns wenn wir etwas realisieren, wenn wir zum Beispiel einen Kontakt aus dem Internet in der realen Welt treffen. Ich denke was uns wirklich ausmacht und erfüllt und an was wir einmal zurückdenken werden sind die Begegnungen von Angesicht zu Angesicht, bei denen alle Sinne aktiviert hatten, bei denen wir schmeckten, rochen, hörten, FÜHLTEN. Momente des seins.

Fazit

Ich könnte jetzt noch auf mehrere Themen eingehen und viele bereits erforschte negative Folgen der sozialen Medien erklären, will mich aber nicht nur damit beschäftigen. Ich denke man sollte den jungen unwissenden Menschen einen Leitfaden geben, dass diese Plattformen nicht missbraucht werden damit sie sich nicht negativ auf die Persönlichkeit auswirkt. Ich spreche hier nicht von einer Reglementierung, das wäre übertrieben und ich bin ein freiheitsliebender Mensch. Ich denke an Auflärungen und an Hinweise auf das bewusste Leben und das Leben im jetzt und in der Realität. Dies kann vielleicht durch Unterricht in der Schule passieren, indem man Meditation unterrichtet und die jungen Menschen genau aufklärt was in diesen Netzwerken so passiert und für was sie gebraucht werden. Das Ziel wäre sich selbst zuerst zu finden bevor man wirklich nach außen tritt, so dass man gestärkt und selbstbewusst durchs Leben gehen kann. So können die sozialen Medien dann auch sinnvoll genutzt werden.

„Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll“

Johann Wolfgang von Goethe

XXXVI. “meditation”

 

Namaste! Ich weiss das dieses Thema für Menschen die noch keine Erfahrung mit Meditation gemacht haben etwas suspekt wirken mag, dennoch bin ich vollstens davon überzeugt dass es bei jedem wirkt, vielleicht dauert es eine Weile bis man wirklich versteht und erfährt was es bedeutet aber dann wirkt es richtig befreiend. In den letzten 3 Wochen hab ich mir die “heiligen Schriften” des Hinduismus und Buddhismus durchgelesen und bin zum Entschluss gekommen dass der einzig wahre Weg ins Niravana, wie auch Buddha das veräußert, die Meditation ist.

Beim Hinduismus ist man gezwungen an einen Gott glauben, der Buddhismus steht für das zwanglose, was es für mich einfach unglaublich zugänglich macht und meine eigene Erfahrung nur bestätigt. Natürlich darf man sich nicht die sofortige Wende erwarten, es hat mich jetzt fast 3 Jahre meines  Lebens gekostet bis ich wirklich mal erfahren durfte was es heißt wirklich zu meditieren, in eine Trance zu verfallen. Sobald der erste wahre Kontakt damit gemacht wird, beginnt dieser Prozess. Durch Yoga kann man sich sehr gut unterstützen und vorbereiten weil es einem hilft in dieser sitzenden Position zu verweilen, das heißt man gewinnt Beweglichkeit und Kraft zurück, sofern man sie nicht schon hat.

In anderen Worten es ist einfach als ob man ein Auto zum Service bringt, die Festplatte leert, man reinigt sein Gehirn oder besser gesagt man schärft seine Sinne für das jetzige Bewusstsein, was es nicht immer einfacher macht, weil man die Dinge öfters als sonst sehr klar erkennt und es einen dann auch erschrecken kann wie man alltägliche gesellschaftliche, soziale Dinge plötzlich anders betrachtet und sie einem eigentlich gar nie wirklich bewusst waren, bzw. nicht wahrgenommen wurden. Was es dann anstrengend macht ist die Aufarbeitung von bereits erlebten Sachen und da kommen, logisch, immer wieder neue Ereignisse hinzu, das heißt es dauert immer bis man in die Tiefe kommt und wirklich ein Wohlbefinden empfindet, aber hat man das einmal erreicht, macht es richtig süchtig und man strebt danach noch tiefer zu gehen, weil es danach unglaublich befreiend wirkt und man sehr aufmerksam ist, speziell das zuhören fällt einem besonders leicht, um ein Beispiel zu nennen. Aber auch schon während der Meditation wird es als äußerst angenehm empfunden. Eine gewisse Hingabe ist erforderlich aber man wächst stetig daran.

 

„Meine Meditationen sind furchtbar. Ich bin dauernd abgelenkt, denke an alles Mögliche, meine Glieder tun weh und ich schlafe immer ein.”
Der Lehrer antwortete schlicht: „Das geht vorüber.”

Eine Woche später kam der Schüler wieder und sagte:
„Meine Meditationen sind herrlich, ich bin total klar, konzentriert und im Frieden.”
Der Lehrer antwortete schlicht: „Das geht vorüber.”

Bei der Meditation geht es darum, die Wahrheit in jedem Augenblick zu sehen – nicht die absolute Wahrheit, sondern in jedem Moment das Wahre und Unwahre.

Jiddu Krishnamurti

 

 

XXXV. “proles”

 

 

Namaste! direkt aus Sri Lanka. Hier gibt es übrigens den ältesten Baum Asiens, unter dem angeblich Buddha seine Erleuchtung erfahren haben soll. Ich bin überaus beeindruckt von diesem Land, besonders die Natur und das Essen sind atemberaubend. Ich bin hier für fast vier Wochen um meine Yogapraxis richtig zu vertiefen und auch neue Techniken zu erlernen. Im Sri Yoga Shala im Süden des Landes werden alle möglichen Stile unterrichtet, in Form von regelmäßigen Klassen über workshops bis hin zu Teaching Trainings.

Ich lese gerade ein Buch von George Orwell und im Zusammenhang mit diesem Land gibt mir das ganze so richtig zum Nachdenken. Für mich ist es als ob er mir aus der Seele schreibt und in Worten die ich nicht finden könnte zu verstehen gibt wie die Welt funktioniert. Es ist ein absolutes Muss, dieses Buch zu lesen.

Man muss sich im Klaren sein, dass ich hier die Breite Masse ansprechen will, die “proles”, wie er sie im Buch bezeichnet. Es ist doch immer wieder unglaublich faszinierend wie blöd wir eigentlich sind, bzw. was wir alles über uns ergehen lassen während sich ein kleiner Teil der Menschheit sich in die Hände reibt weil wir uns so einfach stimulieren lassen. Die Medien und die Politik führen uns in die Irre und machen uns ständig Angst, setzen uns unter Druck, nur um uns auf Trap zu halten, dass wir ja nicht auf die Idee kommen denn oberen Teil der Gesellschaft zu gefährden. Das lustige am ganzen, es funktioniert, denn auch die vermeintlich intelligenten und gut gebildeten Menschen sind Marionetten der wenigen großen Kapitalisten, weil sie solange zur proles gehören bis sie jemanden von den oberen abgelöst haben oder sich durch eine neue Errungenschaft einen Platz verschaffen. Die Verblendung fängt ganz früh an und wir merken es nicht einmal, weil es sein kann dass unsere Eltern sich bis heute nicht bewusst sind wie das ganze System funktioniert.

Abschließend will ich wieder auf Meditation hinweisen, denn es gibt einem die Möglichkeit im jetzt zu sein und sich nicht von anderen Sachen blenden zu lassen.

WAR IS PEACE

FREEDOM IS SLAVERY

IGNORANCE IS STRENTGH

George Orwell (1984)

XXXII. “day by day”

 

Hallo zusammen. Es ist schon faszinierend wie schwer es mir oft fällt, nicht zu glauben, dass sich etwas Tag für Tag weiterentwickeln kann, bzw. nicht so dass es spürbar ist. Ich praktiziere täglich und versuch mich auf jeden einzelnen Tag zu konzentrieren, aber es ist nicht nur beim Yoga so, dass gut Ding einfach weile braucht. Man befindet sich im Leben oft auf einem “tableau”, an einem Punkt an dem man das Gefühl hat, dass es nicht weitergeht, doch dann befindet man sich mitten drin im Entwicklungsprozess. Die Ergebnisse sind einfach oft später spürbar, sowohl mental als auch physisch.

Die meisten Menschen in Vorarlberg definieren sich auf ihren Status und denken immer, dass sich ihr innerliches Wohlbefinden durch eine neues Objekt verbessert. Ich fühle mich oft wie ein Freigeist, oder als Beobachter von solchen Phänomenen. Ich stell mich nicht mental über andere aber, so nehme ich die Welt hier war. Oftmals ist es sehr trostlos, aber es gibt auch Menschen die mir gleichgesinnt sind. Wir bestimmen selbst in welche Politik wir verfolgen, welche elementaren Zukunfstentscheidungen wir treffen, wir sollten es aber nicht überhastet tun, denn meistens sind wir ganz weit von unserem tieferen inneren und gewollten entfernt. Yoga ist nicht die Offenbarung, aber es ist ein weg, Zufriedenheit, Gesundheit und vor allem Freiheit nicht von materiellen Dingen abhängig zu machen.

Yoga does not just change the way we see things, it transforms the person who sees. (B.K.S. Iyengar)

XXX. “focus”

 

Hallo zusammen. Ich dreh mich im Kreis. Eine  gemütliche Schlafnacht steht mir bevor. Der Regen macht die Musik zum einschlafen, eines der von mir am meisten geliebten Geräusche. Es wirkt so beruhigend auf mich. Der Himmel macht Musik.

Ich hab vor 2 Jahren mit meiner Yogapraxis angefangen, fast auf den Tag genau. Heute merke ich, auf der einen Seite die ganzen positiven Aspekte und Ergebnisse und dennoch hab ich auf der anderen Seite das Gefühl, dass ich wieder an einem Punkt angelangt bin an dem ich mich ausruhe. Unzufriedenheit beherrscht im Moment meinen Geist, ich kann meine Einflüsse nicht ganz bewältigen und weiss oft selber nicht genau für was ich den wirklich stehe. Ich denke es liegt auch daran, dass ich diese Rolle als Yogi  nicht zu 100 Prozent annehme und mich auch leicht ablenken lasse, von den süßen Sünden und Verlockungen des Lebens.

Ich hab mich jetzt entschieden einen Schritt weiter zu gehen und mich darauf vorzubereiten Yogastunden zu geben und zu Unterrichten. Am Anfang auf freiwilliger Basis natürlich. Ich denke, Yoga zu Unterrichten heisst auch eine gewisse Verantwortung zu übernehmen und einen Schritt weiter zu gehen in der eigenen Praxis.

„Selbstschätzung ist unverzichtbar um glücklich zu sein. Wenn du dich selbst nicht wohl in deiner Haut fühlst, ist es schwer, überhaupt für irgendetwas ein gutes Gefühl zu haben.“ (Mandy Hale)

XXVIII. “Zeit”

 

Zeit. Eine vom Menschen geschaffene physikalische Größe. Jeder “weiss” im Grunde was es bedeutet, doch müsste man es einem Fragenden erklären, trau ich mich zu behaupten, dass man sich schwer tun würde, obwohl man ständig von ihr getrieben wird und es jeden betrifft. Tut man es nicht, taucht man ab. “Die Zeit steht still”, jeder kennt dieses Gefühl. Man will aber so viel wie möglich erleben und merkt im gleichen Zug  wie einem die Zeit davon läuft, so fühlt es sich zumindest an. Also man bewegt sich in einem Raum in dem man sich immer überlegt was man als nächstes tut. Dazwischen schaffen wir uns Räume in denen die Zeit steht, d.h. wir tun etwas um diesen Raum zu schaffen um dieses Gefühl zu erlangen oder eben nichts zu denken. Das Gefühl im jetzt zu Leben. Ist es nicht total absurd, sich in diesem Hamsterrad der Fremdbestimmung zu bewegen? Sich ständig von der Zeit steuern zu lassen? Irgendwie wie ist es das schon, trotzdem lassen wir es zu.

Jemand hat mir mal gesagt, die Zeit würde uns wie ein Raubtier ein Leben lang verfolgen. Ich möchte viel lieber glauben, dass die Zeit unser Gefährte ist, der uns auf unserer Reise begleitet und uns daran erinnert, jeden Moment zu genießen, denn er wird nicht wiederkommen. Was wir hinterlassen ist nicht so wichtig wie die Art, wie wir gelebt haben. Denn letztlich […] sind wir alle nur sterblich.

Jean-Luc Picard