XXX. “focus”

 

Hallo zusammen. Ich dreh mich im Kreis. Eine  gemütliche Schlafnacht steht mir bevor. Der Regen macht die Musik zum einschlafen, eines der von mir am meisten geliebten Geräusche. Es wirkt so beruhigend auf mich. Der Himmel macht Musik.

Ich hab vor 2 Jahren mit meiner Yogapraxis angefangen, fast auf den Tag genau. Heute merke ich, auf der einen Seite die ganzen positiven Aspekte und Ergebnisse und dennoch hab ich auf der anderen Seite das Gefühl, dass ich wieder an einem Punkt angelangt bin an dem ich mich ausruhe. Unzufriedenheit beherrscht im Moment meinen Geist, ich kann meine Einflüsse nicht ganz bewältigen und weiss oft selber nicht genau für was ich den wirklich stehe. Ich denke es liegt auch daran, dass ich diese Rolle als Yogi  nicht zu 100 Prozent annehme und mich auch leicht ablenken lasse, von den süßen Sünden und Verlockungen des Lebens.

Ich hab mich jetzt entschieden einen Schritt weiter zu gehen und mich darauf vorzubereiten Yogastunden zu geben und zu Unterrichten. Am Anfang auf freiwilliger Basis natürlich. Ich denke, Yoga zu Unterrichten heisst auch eine gewisse Verantwortung zu übernehmen und einen Schritt weiter zu gehen in der eigenen Praxis.

„Selbstschätzung ist unverzichtbar um glücklich zu sein. Wenn du dich selbst nicht wohl in deiner Haut fühlst, ist es schwer, überhaupt für irgendetwas ein gutes Gefühl zu haben.“ (Mandy Hale)

XXVIII. “Zeit”

 

Zeit. Eine vom Menschen geschaffene physikalische Größe. Jeder “weiss” im Grunde was es bedeutet, doch müsste man es einem Fragenden erklären, trau ich mich zu behaupten, dass man sich schwer tun würde, obwohl man ständig von ihr getrieben wird und es jeden betrifft. Tut man es nicht, taucht man ab. “Die Zeit steht still”, jeder kennt dieses Gefühl. Man will aber so viel wie möglich erleben und merkt im gleichen Zug  wie einem die Zeit davon läuft, so fühlt es sich zumindest an. Also man bewegt sich in einem Raum in dem man sich immer überlegt was man als nächstes tut. Dazwischen schaffen wir uns Räume in denen die Zeit steht, d.h. wir tun etwas um diesen Raum zu schaffen um dieses Gefühl zu erlangen oder eben nichts zu denken. Das Gefühl im jetzt zu Leben. Ist es nicht total absurd, sich in diesem Hamsterrad der Fremdbestimmung zu bewegen? Sich ständig von der Zeit steuern zu lassen? Irgendwie wie ist es das schon, trotzdem lassen wir es zu.

Jemand hat mir mal gesagt, die Zeit würde uns wie ein Raubtier ein Leben lang verfolgen. Ich möchte viel lieber glauben, dass die Zeit unser Gefährte ist, der uns auf unserer Reise begleitet und uns daran erinnert, jeden Moment zu genießen, denn er wird nicht wiederkommen. Was wir hinterlassen ist nicht so wichtig wie die Art, wie wir gelebt haben. Denn letztlich […] sind wir alle nur sterblich.

Jean-Luc Picard

XXVII. “mom restart”

 

Hallo Leute. Es ist für mich im Moment echt eine Herausforderung, mich nicht  in “hunderttausend” anderen Dingen zu verlieren. Das heißt, dass ich mich schon mit täglich mit meiner physischen Praxis beschäftige, aber andere Dinge vom Yoga schnell zu kurz kommen. Genauer gesagt, die physische Praxis gibt mir Energie für meinen Alltag, aber sie wird dann von mir noch zu wenig für die Meditation angewandt. Ich vergnügte mich lieber mit Freunden, oder ich genoß die Sonne, es zog mich einfach raus, um etwas zu erleben.

Dennoch merke ich, dass ich mental auch oft sehr ausgelaugt und erschöpft bin und ich dann wieder an diese Punkte gelange, an denen ich mich zurück nehmen will und mich von den ganzen vielen Einflüssen am liebsten abkapseln möchte, um die “Alten” zu verarbeiten.

Das führt mich an den Punkt der Wiederaufnahme oder besser gesagt zur Intensivierung meiner Meditation um schön auf dem Boden zu bleiben. Dabei hat mir das bloggen sehr geholfen, weil es irgendwie befreiend wirkt und mich positiv denken lässt.

“Andauernde Gedankenaktivität hält dich in der Welt der Form gefangen und wird zu einer undurchsichtigen Trennwand, die verhindert, dass du dir des Unmanifesten bewusst wirst.” Eckhart Tolle

 

XXIII. “Mitfreude”

 

2 Wochen sind jetzt vorbei und ich hatte heute echt einen tollen Tag. Als ob ich schon kleine Früchte ernten durfte. Mein Körper und Geist entwickeln sich spürbar. Ich denke ihr wisst von was ich spreche, wenn es um Mitfreude geht. Beobachtet doch mal in euch selbst wie gut ihr euch für jemanden mitfreuen könnt, ich denke jeder kennt das Gefühl von Neid, obwohl man es gar nicht will. Woher kommt das ? Sind wir mit uns selbst nicht zufrieden? Ich denke schon, sollte das der Fall sein.

Im Buddhismus wird diesem Thema viel Aufmerksamkeit geschenkt. Es geht im wesentlichen darum, dass man sich mit anderen Wesen für ihr erlangtes Wohlbefinden freut und ihnen wünscht, dieses Gefühl nicht wieder zu verlieren.

„Zunächst sollte man sich als Objekt der Mitfreude einen sehr lieben Freund denken. Einen der durch und durch von Freude erfüllt ist. An seinem erfüllten Zustand erfreue man sich und richte so seine Mitfreude auf ihn. Man sollte etwa folgendes dabei denken und fühlen: ‘Oh, wie sich dieses Wesen freut. Wie schön ist das!’ – Eine Empfindung der Freude, wie man sie beim Anblick eines lieben Menschen hat.“

„Für den Anfänger in der Praxis der aktiven Mitfreude ungeeignet ist es, sich als Objekt eine geliebte, eine gleichgültige oder auch eine feindliche Person auszusuchen. Bei der Geliebten entsteht sehr wahrscheinlich mehr Begierde als Freude im Sinne von Muditā, der Person, die einem gleichgültig ist, wird man indifferent gegenüber stehen, und beim Feind wird eher Abneigung oder gar Hass in einem aufsteigen. Vor allem die Extreme Begierde und Hass sind aber unheilsame Geisteszustände, die nicht zur Kulitivierung der Brahmavihara, Mitfreude (muditā), Mitleid (karunā), Gleichmut (upekkhā) und liebender Güte (mettā), beitragen.“

„Hat man es nun bewerkstelligt, hinsichtlich des lieben Freundes Mitfreude zu empfinden, so weite man diese Praxis auf die einem selbst gleichgültigen Personen und auf die Feinde aus. Erst wenn man hier wiederum in vollem Maße erfolgreich gewesen ist, sollte man weitere Personen und Wesen mit einbeziehen. Zum Beispiel könnte man die Mitfreude erst auf die eigene Familie ausdehnen, dann auf alle Freunde, alle Nachbarn, die ganze Stadt, usw., bis die Mitfreude schließlich kein Wesen mehr ausschließt.“

Zitate von Buddhagosa