LXIII. “here we are”

 

Completely distracted I sit there, my depression to have, sometimes at least. Or frustrated? But why? Frustrated to see how we as humans sink in the mire of constant evaluation? Frustrated to know that a purely mundane life, a life of fully bending the system is no longer an option for me? Frustrated to see how many people have drifted away from themselves and surrender to the constant pull of media influence? Or am I just already confused and totally deluded? Maybe I need to detach myself from these ideals. I always want to question myself very strictly, not to consider my view as the absolute view. I am only trying to face my true self. I think I know what the answer is. I was allowed to experience it so clearly.  

I would not have thought that it would be so difficult. Disappointed by the system and by myself. Everything experienced is so transient. Memories remain. Even if they are beautiful, it is no consolation for the present, momentary state. Many disillusionment of life in the system. The poorer strive for wealth because they think they will find happiness in it. The rich are bitter because they have not found their happiness in wealth. Once you get involved in a sober life, you feel what it means to be a human being. Not to flee all the time. The overwhelming and also frustrating thing about the whole thing is the clarity about the superficial behavior. I would call it being wrong. Goehte already used to say: “Man errs as long as he strives.” But only now I understand this quotation, because I can act as an observer. Most of them err, of course I do not exclude myself, also I am not freed from drives of desire and needs by which I let myself be guided. A few seem to have intervals of clarity, but are constantly on the run. The brain literally screams for numbing or for dopamine, for happiness, for the happy hormone, but it is not a perpetual state. It’s a snapshot. You can’t overhear it and fighting it is the grueling part. Even though it’s supposed to make you stronger, it’s extremely challenging for long stretches. On the positive side is the genuineness and the growing control, or leadership over consciousness. Narrow is the line. Don’t forget. Narrow it is. Escape is the easiest thing.

Yet it is so simple. There is no failure, we are carried. Fear is an illusion. The belief of being important, so important that we don’t live out of our heart because we believe we are not loved is one of the greatest illusions. Inconceivably, I have believed in having to conform to an image for most of my life. Once you discover that for yourself, you can’t believe you believed it at all. 

Live out of yourself. Follow the quiet voice that tells you what you would like to do. Even if it seems far away. Believe me, it is very close and above all never too late. 

 

Völlig zerstreut sitze ich da, meine Depressionen zu haben, manchmal zumindest. Oder frustriert? Aber warum? Frustriert zu sehen wie wir als Menschen im Sumpf der ständigen Bewertung versinken? Frustriert zu wissen, dass ein rein weltliches Leben, ein Leben der voller Beugung des Systems keine Option mehr für mich ist? Frustriert zu sehen, wie viele Menschen sich von sich selbst entfernt haben und sich dem ständigen Sog des medialen Einflusses hingeben? Oder bin ich einfach schon verwirrt und total illusioniert? Vielleicht muss ich mich lösen von diesen Idealen. Ich möchte mich immer sehr streng hinterfragen, meine Sicht nicht als die Absolute Sicht betrachten. Versuche ich doch nur mich meinem wahren Ich zu stellen. Dabei meine ich zu wissen was die Antwort ist. Ich durfte es so klar erfahren.  

Hätte nicht gedacht, dass es so schwer fällt. Enttäuscht vom System und von mir selbst. Alles erlebte ist so vergänglich. Erinnerungen bleiben. Auch wenn sie schön sind, ist es kein Trost für den jetzigen, momentanen Zustand. Viele Ernüchterung des Lebens im  System. Die ärmeren streben nach dem Reichtum, weil sie denken ihr Glück darin zu finden. Die Reichen sind verbittert weil sie ihr Glück im Reichtum nicht gefunden haben. Lässt man sich erst mal auf ein nüchternes Leben ein, spürt man erst mal was es heisst Mensch zu sein. Nicht ständig zu flüchten. Das überwältigende und auch frustrierende am ganzen ist die Klarheit über das oberflächliche Verhalten. Ich würde es als irren bezeichnen. Goehte pflegte schon zu sagen: “Es irrt der Mensch solange strebt.” Doch erst jetzt verstehe ich dieses Zitat erst, weil ich als Beobachter auftreten kann. Die meisten irren, natürlich nehme ich mich nicht aus, auch ich bin nicht befreit von Trieben der Lust und Bedürfnissen, von denen ich mich leiten lasse. Ein paar scheinen Intervalle der Klarheit zu haben, sind aber ständig auf der Flucht. Das Gehirn schreit förmlich nach Betäubung oder nach Dopamin, nach Glück, nach dem Glückshormon, doch es ist kein immerwährender Zustand. Eine Momentaufnahme. Man kann es nicht überhören und der Kampf dagegen ist das zermürbende. Auch wenn es einen stärken soll, ist es über weite Strecken extrem herausfordernd. Positiv ist die echtheit und die wachsende Kontrolle, oder Führung über das Bewusstsein. Schmal ist der Grat. Nicht vergessen. Schmal ist er. Die Flucht ist das einfachste.

Dabei ist es so einfach. Es gibt kein scheitern, wir sind getragen. Angst ist eine Illusion. Der Glaube, wichtig zu sein, so wichtig das wir nicht aus unserem Herzen heraus leben, weil wir glauben, nicht geliebt zu werden ist eine der größten Illusionen. Unfassbar, dass ich fast mein ganzes Leben daran geglaubt habe, einem Bild entsprechen zu müssen. Entdeckt man das erst einmal für sich, kann man gar nicht glauben überhaupt daran geglaubt zu haben. 

Lebe aus dir heraus. Verfolge die Leise Stimme, die dir sagt was du eigentlich gerne machen würdest. Sei still und höre ihr aufmerksam zu.  Auch wenn es fern scheint. Glaub mir, es ist ganz nah und vor allem nie zu spät. 

“Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen”

Hermann Hesse

LXII.”fear”

Angst. Immer und jederzeit anwesend. Omnipräsent. Ein Grundgefühl, welches ganze Leben prägen kann. Ein Grundgefühl, welches so viele verschiedene Ausprägungen hat und ganz tief verankert ist. Unterbewusst, tief drin, meistens von der einen Generation in die nächste Generation hinein projiziert, jedoch auch als Schutzmechanismus im menschlichen Körper integriert. Angst, kann grob gesagt kann man zwischen angeborenen und erlernten Ängsten unterscheiden.

Die Entstehung der Angst findet, nach heutigem bisher erforschtem Wissen in unserem emotionalen Zentrum des Gehirns statt. Ein Angst erzeugender Reiz setzt eine Kaskade in Gang. Ein Prozess, der Stufenweise umgesetzt wird. Zuerst wird Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet, welche Herzrasen, steigender Blutdruck, flache beschleunigte Atmung, Schweißausbruch und Pupillenverengung auslösen und die Muskeln in höhere Anspannung versetzen, um schnell reagieren zu können. Blässe oder Röte im Gesicht, die Angst steht einem ins Gesicht geschrieben. Anschließend wird Dopamin ausgeschüttet, ein Glückshormon, welches nach überstandener Angst zu einem angenehmen Wohlbefinden führt.

Starke Angstzustände die meist in extremeren Situationen stattfinden, finde ich gar nicht mal so interessant. Wesentlich spannender sind die “kleinen” Ängste, unsere ständigen Begleiter, die von so vielen Menschen nicht bewusst wahrgenommen werden und meistens über lange Zeit verdrängt werden. Doch in irgendeiner Form kommen sie an die Oberfläche. Jetzt hat man Möglichkeit sich seinen Ängsten bewusst zu werden und sich damit zu konfrontieren um sie aufzulösen. Das wäre grandios, die meisten würden sich erleichtern und befreien. Leider, jedoch ist das nicht der Fall, wie oben gesagt werden sie meistens verdrängt und/oder in andere Menschen projiziert. Am Ende sind es eben jene “kleinen Ängste”, die uns meistens hemmen, dass zu tun, was wir tun wollen um ein erfüllte, gesundes Leben zu führen.

Buddha wurde gefragt:

Wie hast du mit Meditation gewonnen?

Er antwortete:

Nichts!

Wie auch immer, lass mir dir sagen was ich verloren habe: Wut, Unsicherheit, Angst vor Alter und Tod!

LVII. “Corona”

Liebe Leserinnen und Leser. Es fällt mir nicht leicht meine Meinung zu diesem Thema zu bilden, geschweige denn sie  zu verschriftlichen. Mir ist bewusst, dass ich mit meinen Ansichten den meisten sauer aufstoßen werde.  Ich beobachte so gut es geht die globale Entwicklung unserer Welt, hol mir Informationen aus den angesehenen, meistens abhängigen Medienkanälen und auch von meist unabhängigen Kanälen und hatte das Glück mir von vielen Ländern dieser Erde selbst ein Bild zu machen. Ich achte dabei sehr auf meine Wahrnehmung und versuche auch immer die ganze Sache aus philosophischen Gesichtspunkten zu betrachten. Mit dieser Einleitung will ich einfach darauf hinweisen, dass ich ein offener, ANTI radikaler Mensch bin und im Menschen immer das gute sehen möchte. Bitte öffnet und löst euch einen Moment von der Meinungsmache und hört in euch rein. Glaubt nicht alles was ihr denkt, denn das meiste kommt nicht von euch.

Ich möchte mit ein paar Zahlen und Fakten  beginnen.

Bisher sind im Jahr 2020 weltweit 164.837 Coronavirus-Infektionen und 6.470 Todesfälle gemeldet worden (Stand 16.03.2020). Zum Vergleich: Weltweit kommt es der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge zu drei bis fünf Millionen schweren Grippefällen jährlich. Davon versterben bis zu 650.000 Menschen an der Viruserkrankung.

  • Eine Infektion mit Coronaviren kann tödlich enden – wie die Virusgrippe auch.
  • Je nach Krankheit gibt es aber Unterschiede – nicht nur in Hinblick auf die Risikogruppen.
  • Die Virusgrippe fordert jedes Jahr unzählige Todesopfer – weit mehr als eine Coronavirus-Infektion?
  • COVID-19 verläuft nach aktuellem Wissensstand häufiger lebensbedrohlich als eine Grippe. 15 Prozent der Coronavirus-Infektionen verlaufen so schwer, dass Patienten zusätzlich mit Sauerstoff versorgt werden müssen. Bei fünf Prozent der Betroffenen ist sogar künstliche Beatmung nötig. Auch die Todesrate soll im Fall von Corona höher liegen als bei der normalen Grippewelle. Diese Einschätzung ist allerdings als vorläufig einzustufen, zu viele Variablen über das Coronavirus seien noch unbekannt.
  • Coronaviren scheinen ansteckender zu sein als Grippe-Erreger. Auch hier können Mediziner noch keine abschließende Bewertung abgeben, weil noch zu wenig über das neuartige Virus bekannt ist.
  • COVID-19 hat eine längere Inkubationszeit als die Grippe. Bis zu 14 Tage soll es bei einer Ansteckung mit Coronaviren* dauern, bis Betroffene erste Symptome zeigen. Bei einer Grippe sind es in der Regel zwei bis drei Tage.
  • Kinder und Schwangere zählen nach derzeitigem Wissensstand nicht zu den COVID-19-Risikogruppen. Bei Grippe hingegen gehören sie zu den Patienten, bei welchen schwere Krankheitsverläufe möglich sind.

 

Zum Tode führte eine Infektion mit Coronaviren bislang hauptsächlich bei Menschen mit schweren Vorerkrankungen. Zu den Risikogruppen  zählen:

  • Menschen mit Herzkrankheit 
  • Krebspatienten
  • ältere Menschen
  • immungeschwächte Personen (etwa durch Autoimmunkrankheiten)

 

Und jetzt fragt euch bitte selbst, ob die Maßnahmen der Regierung angemessen sind beziehungsweise ob hier nicht etwas anderes dahinter steckt. Ich will nur gesagt haben, dass hier sehr viel auf dem Spiel steht und ich nur hoffen kann, dass die Menschen mal abseits von den Massenmedien ein paar Gedanken machen.

Ich möchte nicht zu sehr auf meine Theorien eingehen, weil ich merke, dass es sehr schnell als Verschwörungstheorie abgetan wird, ich bin dennoch gespannt wie lange es noch dauert bis sich die Leute Gedanken darüber machen was hier dahinter stecken könnte. Noch ein paar Denkanstöße:

Was wissen wir über China?

Wie wichtig ist es heute, wenn in China ein Sack Reis umfällt?

Was verfolgt China für Ideologien ?

 

“Who controls the past controls the future. Who controls the present controls the past.”
George Orwell, 1984

 

LVI. “community”

Brothers and sisters of the spiritual path. Freu mich wieder einmal Zeit zu finden, um einen Beitrag zu schreiben. Ich möchte euch einen Tipp geben. Er heisst Ram Dass und ist einer der prägendsten Figuren meiner Gegenwart. Er besitzt eine Art die ich sehr bewundere, eine Fähigkeit spirituelle Themen sehr schön zu formulieren und zu teilen. Er beschäftigte sich mit allen möglichen spirituellen Lehren dieser Welt und schuf neue Maßstäbe in der Art und Weise solche Lehren weiterzugeben und zu verkörpern.

Gesellschaft. Ein großes Wort. Ein umfassender Begriff. Ich denke, gerade jetzt, in Zeiten vermeintlicher Bedrohungen wie das Corona Virus, welches momentan alle Medien Portale füllt ist es ein spannendes Thema. Ich denke, es zeigt eigentlich nur wie fragil die Gesellschaft vielleicht ist. Als Katalysator wirkend wirft es einige Baustellen auf, beziehungsweise auf welchen fragilen Fundamenten sie stehen. Es betrifft viele Segmente, um nicht zu sagen alle. Gerade jetzt führt es mich wieder darauf zurück, dass es immens wichtig das Bewusstsein zu schärfen und an sich zu arbeiten, sich wirklich noch genauer zu betrachten, aus welchen Motiven wir handeln. Es ist darum so wichtig, weil wir am Ende, jeder einzelne die Gesellschaft ist und sie formt. Das was wir transportieren und warum wie handeln wird immer noch wichtiger um diesem fragilen System wieder ein anderes Fundament zu geben, von dem aus wir fruchtbar Ziele verfolgen können.

Meditation.

 

“It was all my identities, all rolling in over me”

Ram Dass

 

 

LV.”narcissism”

Narzissmus. Ein Thema, dass so allgegenwärtig ist, wie wahrscheinlich nie zuvor. Ich denke, viele wissen noch nicht einmal wie viel Narzissten sich in ihrem Umfeld bewegen. Man kann nur hoffen, dass es wenige sind.

Was ist Narzissmus? Eine Liebe, eine misslungene Liebe, eine Liebe die über sich selber nicht hinaus kommt und damit, einen Menschen liebesunfähig macht. Das mag ein hartes Urteil sein, aber es ist die Wahrheit. Narzissmus ist nicht genetisch, er entwickelt sich im Laufe eines Lebens. Narzissmus ist Selbstidealisierung plus Fremdabwertung plus Selbstimmanenz. Grandiosität. Selbstüberschätzung. Arrogant. Mangel an Empathie. Er verdrängt. Er verdammt einen Teil der Wirklichkeit zur Nichtexistenz. Persönliches scheitern, seine eigenen Fehler, seine eigene Schuld wird ständig verdrängt und das macht einen Narzissten unheimlich schwer umgänglich. Er kann sich selbst nicht verbessern, er sieht seine Fehler nicht. Der Narzisst kann nicht als Mensch aufblühen, gefangen in sich selbst. Außerdem neidet er, niemand darf mehr Erfolg haben als er. Die anderen abwerten, sich selbst immer als höher ansehen.

Charakter ist das was der Mensch aus Umwelt und Erziehung macht.

“Wer seine Meinung nie zurückzieht, liebt sich selbst als die Wahrheit”

Joseph Joubert

LIV. “politics”

Wie kann ich helfen ? Was kann ich tun, um dieser Welt etwas zu geben ? Sind das nicht die Fragen die wir uns stellen könnten, sollten, oder sogar müssten ?

Ich finde das eine interessante Sichtweise. Vor allem in diesen Tagen. An Tagen, an denen wir eine neue Regierung wählen können und wir uns ein “besseres” Leben davon erwarten. Dabei arbeiten Parteien mit allen möglichen PR und Marketing Tricks um die Macht an sich zu reißen. Sie verkaufen uns Emotionen und sagen und versprechen uns das was wir hören wollen. Sicherheit, Stabilität, Fortschritt, Wachstum. Sind das nicht schöne Wörter? Natürlich schon. Aber warum sind wir denn so empfänglich dafür? Kann es sein, dass es an der Unsicherheit, an der Instabilität, am Rückschritt und an der Rezession in der Realität oder im eigenen Leben liegt?

Zum ganzen Amtlichen, Öffentlichen, Bürokratischen und Offiziellen verhalte ich mich sehr skeptisch gegenüber und finde es lächerlich und schade, dass immer noch ganze Völker krampfhaft befehlen folgen, während die Regierungen selber nicht wissen was sie wollen.

Will einfach mal einen Anstoß zum nachdenken geben. Ich kann diese feiernden Menschenmassen nur bedingt verstehen. Ich frage mich halt wirklich, ob das ganze nicht eine großer Irrtum ist? Am allerwitzigsten finde ich, dass Österreich sich auch noch so wichtig nimmt. Im Grunde sind wir eine kleine Provinz mit einem Kanzler, der in der großen Welt sowieso nicht ernst genommen wird.

” Ein Feigling, wer sich den Leistungen, Opfern und Gefahren entzieht, die sein Volk zu bestehen hat. Aber ein Feigling und Verräter nicht minder, wer die Prinzipien des geistigen Lebens an materielle Interessen verrät, wer also z.B: die Entscheidung darüber, was zwei mal zwei sei, den Machthabern zu überlassen bereit ist. Den Sinn für die Wahrheit, die intellektuelle Redlichkeit, die Treue gegen die Gesetze und Methoden des Geistes irgend einem andern Interesse zu opfern, auch dem des Vaterlandes, ist Verrat. Wenn im Kampf der Interessen und Schlagworte die Wahrheit in Gefahr kommt, ebenso entwertet, entstellt und vergewaltigt zu werden wie der Einzelmensch, dann ist es unsere einzige Pflicht zu widerstreben und die Wahrheit, das heisst das Streben nach Wahrheit als unseren obersten Glaubenssatz zu retten”

Hermann Hesse

 

LIII. “reality”

Die Wirklichkeit, das schrecklich Schöne, das schrecklich Grausige. Wir Menschen ertragen es so lange, als wir es eben ertragen können. Die Flucht ins geordnete, dogmatische, systematische, übersehbare, das ins Leere führende ist viel naheliegender. Verständlich auch, denn dieser Zustand der Erleuchtung, der nackten Entdeckung trägt das tödliche in sich.

“Wer zum Wahrnehmen der Wirklichkeit erwacht ist, ist von den anderen unweigerlich geschieden.”

Hermann Hesse

Es ist dabei wirklich amüsant zu beobachten wie wichtig wir uns in der Imagination nehmen. Die Wachen nennen die Spiele der Phantasie Flucht und gestehen sich damit zu, dass die Wirklichkeit kein wünschenswerter Ort ist. Man kann auch ohne Betäubungsmittel flüchten. Logisch. Beziehungen, Medien aller Art, Sport, “spirituell bypassing” (Beitrag LI.), Reisen, usw..

Es gibt Menschen die, die Welt nur daraufhin ansehen, was nach genauester Überprüfung sich als scheinbar wertvoll und wichtig erweist. Immer berechnend und bedingt, immer erwartend und getrieben. Wahnsinns Phantasie. Vielmehr ist es die Kunst des Geltenlasssens und Genießens. Die Wirklichkeit und Wahreit ist klar. Das wunderbare liegt im klaren.

“Das für uns Wesentliche erleben wir, unabhängig von allem Äußeren, ganz allein in uns selber. Wie die inneren Strahlungen sich nach außen projezieren, was für Mythen, Gefahren, Lüste, Götter und Teufel wir uns schaffen, das ist objektiv belanglos.”

Hermann Hesse

LII. “thoughts”

Was kann ich tun? Es bleibt mir nichts anderes, als mich allem so bewusst wie möglich zu stellen.

In der Meditation gibt es den Moment, an dem man das Gefühl hat, dass man die Zeit aufhebt. Alles vergangene, seiende, oder noch kommende gleichzeitig zu sehen. Das ist alles gut, alles scheint vollkommen zu sein. Ich habe bis jetzt erfahren dürfen, dass ich der Sünde, der Lust, dem Streben nach materielen Dingen, der Eitelkeit und auch der Verzweiflung bedurfte, natürlich auch immer wieder bedarf. Die Welt immer wieder zu vergleichen, mit der von mir gewünschten Vorstellung. Mit der wahrscheinlich völlig irrsinnigen von mir ausgedachten Vollkommenheit. Das Ziel ist doch, sie zu lassen wie sie ist und ihr gerne anzugehören. Nicht zu kritisieren, sich aber auch nicht den ständigen Balast von anderen zu geben.

Es ist im Grunde leicht zu erkennen, falsche Menschen müssen immer ein Image bewahren und aufrecht erhalten. Ehrlichen Menschen ist es schlichtweg egal. Sie jammern vor allem nicht über andere, denn sie sind mit sich selbst beschäftigt. Bekanntlich ist es ja so: “Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht.” Wir wissen auch, dass der Mensch sein Intellekt zu erstaunlichen Leistungen tranieren kann, während er seiner eigenen Seele nie Herr wird. Workshops, Influencer, Speaker, auch sie können zur Flucht werden. Die Arbeit bleibt immer an einem selbst hängen, da hilft die beste Theorie nicht weiter. Bewusst, Mut zum Risiko, Mut zum Scheitern, Mut zum Sprung ins Ungewisse. Was soll schon passieren? Wie wichtig nehmen wir uns?

“Der Vernünftige verliebt sich leicht in Systeme, er ist immer geneigt seinen Instinkten zu misstrauen”

“Rat geben kann man nur da, wo man die Lage des anderen aus eigenem Erlebnis kennt”

Hermann Hesse

 

LI. “spirtual bypassing”

Spiritual Bypassing. Ein Begriff der sich in der “spirituellen Szene” immer mehr breit macht. Von was ist hier überhaupt die Rede ?

Eine spezielle Art auf dem spirituellen Weg, die Realität zu vermeiden. Spirituelle Vermeidung, wörtlich übersetzt. Es geht um die Tendenz, sich sehr schnell in die geistliche, spirtuelle Welt zu begeben, mit dem Bemühen, verschiedene Aspekte aus der irdischen Realität zu vermeiden. Auf eine Art ist es eine Station auf dem spirituellen Weg, eine für mich ziemlich vertraute Station. Man genießt diese Pseude-Transzendenz, bevor man sich wieder in die Welt der unerledigten Sachen stürzt. Kurz gesagt in die Wahrheit und Realität stürzt. Ein Weg die Realität halbwegs erträglich zu gestalten.  In unterschiedlichsten Formen tretten diese dualen Persönlichkeiten auf.

In einer Welt des Leidens gibt es uns die Möglichkeit uns an Visionen festzuhalten die wir an unserer lokalen Umgebung all zu sehr vermissen. Eine Neigung die einem helfen kann in vielen Situatuionen weniger zu leiden. Gleichzeitig eine Neigung die uns auf dem Weg zur echten Spiritualität, der gelebten Spiritualität, einzig und allein nur davon abhält, ja sogar trennt, von dem was wirklich zählt.

Eine Tendenz sich in den Geist oder Verstand zu flüchten. Ein Kopftripp um sich von der Welt der Gefühle zu lösen. Geht mit der Unfähigkeit einher, aus dem Herzen zu sprechen und gefühltes Erleben wirklich zu verkörpern. Pragmatismus kann hier auch eine große Rolle spielen. Sich stehts auf die Praktiken des Lebens zu stürzen, um in der materiellen Welt Erfolg zu haben, gleichzeitig aber früher oder später spirituell Bankrott zu sein. Das ganze kann aber auch darauf gestüzt sein, dass es kein Fehlverhalten gibt, um die eigene Verantwortung für falsches Handeln zu umgehen. Eine weiter Ausprägung ist der Vergebungsbypass, sich Vergebungen von ungelösten Beziehungsproblemen und Emotionen vorzutäuschen. So als wäre der Vergebungprozess wichtiger, als der Prozess der Heilung. Doch ware Vergebung ist unumgänglich, sie fordert eine echte Konfrontation mit unseren Emotionen und Erlebnissen.

 

“Wach nenne ich den, der mit dem Verstand und Bewußstsein sich selbst, seine innersten unvernünftigen Kräfte, Triebe und Schwächen kennt und mit ihnen zu rechnen weiß.”

Hermann Hesse

 

 

L. “task”

Ein Lebensbild, produziert von der Traumfabrik. Hollywood. Happy End. “Story of my life”. Eine Illusion die uns glücklich machen soll. Schön “step by step” alles abarbeiten. Eine Liste, die wir uns vorgeben lassen. Ein Hamsterrad in das wir gepresst werden. Ist das Bewusstsein erst mal soweit das ganze wahrzunehmen, kann man sagen man presst sich selbst hinein. Mittlerweile ist es fad. Fad wie ein Kaugummi, den man zu lange kaut.

Es muss wohl so sein, dass das Leben jedem eine andere Aufgabe stellt. Eine andere Annahme wäre wohl sehr oberflächlich oder sehr vermessen. Nur diese These gibt für mich Sinn. Eine angeborene Unfähigkeit zum Leben gibt es wohl nicht. So ist es nicht abhängig davon ob wir schwach oder stark sind, arm oder reich, gebildet oder ungebildet. Jeder hat seine einmalige Aufgabe. So hat auch jeder die Chance seine Aufgabe anzunehmen und sich zu verwirklichen. Zumindest sich darin zu versuchen. Ist es nicht das, was einen Menschen anziehend macht? Es lässt einen Menschen strahlen. Ja es hat sogar was heilendes. Auch wenn in den Augen anderer, der Versuchende oftmals als ein Scheiternder wirkt oder als armer angesehen wird.

 

“Ja, sagen Sie zu sich, zu Ihrer Absonderung, Ihren Gefühlen, Ihrem Schicksal! Es gibt keinen andern Weg. Wohin er führt, weiß ich nicht, aber er führt ins Leben, in die Wirklichkeit, ins Brennende und Notwendige. Sie können ihn unerträglich finden und sich das Leben nehmen, das steht jedem offen, der Gedanke daran tut oft wohl, auch mir. Aber ihm entgehen, durch Entschluß, durch Verrat am eigenen Schicksal und Sinn, durch Anschluß an die “Normalen”, das können Sie nicht. Es würde nicht lang gelingen und größere Verzweiflung bringen als die jetzige. ”

Hermann Hesse