XXXXVI. “progress “

Nach einer etwas längeren Schreibpause bin ich heute wieder zurück. Es war nicht nur eine Schreibpause, sondern auch wieder eine Weiterentwicklung. Gedanken kreisen lassen und ausloten. Spricht das Ego oder ist es die meist vom Ego übertönte innere Stimme, die Herzensstimme, von der wir uns leiten lassen? Kein anderer Weg führt uns zum Ziel der höchsten Lebenskunst, als die Überwindung des Egoismus. Das ist die höchste Entwicklung der Persönlichkeit. Die meisten versuchen sich einzugliedern und das objektiv beste zu geben. Das führt zu eine Verflachung und formt uns zum gleichförmigen Kollektiv.

Wir neigen dazu uns aufzuregen, über die Politik und das System, dabei müssen wir nicht bei den politischen Methoden und Regierungsformen beginnen. Wollen wir wieder Geister haben die uns Zukunft bringen, müssen wir an der Persönlichkeitsentwicklung arbeiten. Ich vergesse es über andere zu Urteilen und Kritik zu üben, weil ich selbst voll von Zweifeln an mich selbst bin.

Unfassbar, auch wenn die Erkenntnis bereits geschehen ist, bedeutet es noch lang keine Veränderung oder Umsetzung. Es ist eher der Beginn des Kampfes zwischen Ego und das was man wirklich für richtig hält. Je mehr Niederlagen das wahre Ich erfährt, desto Stärker wird es. Hinfallen, aufstehen. Hinfallen aufstehen. Wir lernen es als Kind verlernen es und müssen es wieder neu erlernen.

 

” Die Welt will vom Geist nichts wissen. Dem Egoismus der Menschen ist jedes Ideal verhasst, das mehr von ihnen fordert als eine höfliche Maske.”

Hermann Hesse

XXXIX. “Sinn”

Feinfühlig, sensibel, offen, empfänglich, achtsam, klar so fühle ich mich durch meine tägliche Meditation und Abstinenz von jeglichen Betäubungsmitteln. Ich lerne noch mit meinen Gefühlen umzugehen, aber spüren tue ich mich auf jedenfalls sehr intensiv. Ich würde mich ja liebend gerne von meiner melancholischen, zynischen Haltung gegenüber unserer Gesellschaft trennen aber mit vollem Bewusstsein und bei meinem Beruf ist es eigentlich unmöglich. Täglich irren wir herum, gehen zur Arbeit oder studieren empirische Wissenschaften oder beides, in der Hoffnung Erfüllung in Reichtum, Anerkennung und oder Geld zu finden. Entfernt von unserem wahren Ich, treten die Bedürfnisse nach dem wahren Ich auf, doch sind wir sehr gut im abtöteten des auftretenden Bedürfnisses sich selbst zu finden. Wir sind nicht nur gut, sondern abgerichtet. Manche Menschen spüren sich schon gar nicht mehr und sind überzeugt in ihrem tun. Ich kenne das, die Freude nur noch in einer Sucht zu finden, am Ende der Woche oder nach einem überwundenen Hindernis, wieder ein Rausch, ein austreten aus dem alltäglichen Pein, ein abdriften aus dem Sinnlosen. Stimulationen der Sinne lassen uns weit kommen, natürlich ist das immer individuell, aber jeder nimmt es auf seine Art und Weise wahr, es ist oft eine Sache der Einordnung der auftretenden Gefühle. Wir verwechseln durch ein traumatisches Erlebnis gerne mal Angst mit Aufregung oder Einsamkeit mit den auftretenden Gefühlen mit sich selbst zu beschäftigen. Die Flucht ist einfach, aber man kommt nicht weit. Am schönsten Strand, in der schönsten Wohnung, im schönsten Auto, mit dem schönsten Partner, da ist sie wieder, die Leere, die Unvollkommenheit, das Nichtwissen. Das schöne, wenn man diesen Weg verfolgt, man kriegt eigentlich ständig Rückmeldungen von sich selbst und anderen Menschen. Es macht Spass einen Weg zu verfolgen und an etwas zu glauben, Es passieren Veränderungen und die Seele bäumt sich auf, eigentlich lässt man es nur fließen, oft strömt man gegen Hindernisse, die einem aber nur helfen bzw. einem zeigen was für einen passend ist.

“Ich weiss nicht, ob mein Leben nutzlos und ein Mißverständnis war oder ob es einen Sinn hat” Hermann Hesse