LII. “thoughts”

Was kann ich tun? Es bleibt mir nichts anderes, als mich allem so bewusst wie möglich zu stellen.

In der Meditation gibt es den Moment, an dem man das Gefühl hat, dass man die Zeit aufhebt. Alles vergangene, seiende, oder noch kommende gleichzeitig zu sehen. Das ist alles gut, alles scheint vollkommen zu sein. Ich habe bis jetzt erfahren dürfen, dass ich der Sünde, der Lust, dem Streben nach materielen Dingen, der Eitelkeit und auch der Verzweiflung bedurfte, natürlich auch immer wieder bedarf. Die Welt immer wieder zu vergleichen, mit der von mir gewünschten Vorstellung. Mit der wahrscheinlich völlig irrsinnigen von mir ausgedachten Vollkommenheit. Das Ziel ist doch, sie zu lassen wie sie ist und ihr gerne anzugehören. Nicht zu kritisieren, sich aber auch nicht den ständigen Balast von anderen zu geben.

Es ist im Grunde leicht zu erkennen, falsche Menschen müssen immer ein Image bewahren und aufrecht erhalten. Ehrlichen Menschen ist es schlichtweg egal. Sie jammern vor allem nicht über andere, denn sie sind mit sich selbst beschäftigt. Bekanntlich ist es ja so: “Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht.” Wir wissen auch, dass der Mensch sein Intellekt zu erstaunlichen Leistungen tranieren kann, während er seiner eigenen Seele nie Herr wird. Workshops, Influencer, Speaker, auch sie können zur Flucht werden. Die Arbeit bleibt immer an einem selbst hängen, da hilft die beste Theorie nicht weiter. Bewusst, Mut zum Risiko, Mut zum Scheitern, Mut zum Sprung ins Ungewisse. Was soll schon passieren? Wie wichtig nehmen wir uns?

“Der Vernünftige verliebt sich leicht in Systeme, er ist immer geneigt seinen Instinkten zu misstrauen”

“Rat geben kann man nur da, wo man die Lage des anderen aus eigenem Erlebnis kennt”

Hermann Hesse

 

L. “task”

Ein Lebensbild, produziert von der Traumfabrik. Hollywood. Happy End. “Story of my life”. Eine Illusion die uns glücklich machen soll. Schön “step by step” alles abarbeiten. Eine Liste, die wir uns vorgeben lassen. Ein Hamsterrad in das wir gepresst werden. Ist das Bewusstsein erst mal soweit das ganze wahrzunehmen, kann man sagen man presst sich selbst hinein. Mittlerweile ist es fad. Fad wie ein Kaugummi, den man zu lange kaut.

Es muss wohl so sein, dass das Leben jedem eine andere Aufgabe stellt. Eine andere Annahme wäre wohl sehr oberflächlich oder sehr vermessen. Nur diese These gibt für mich Sinn. Eine angeborene Unfähigkeit zum Leben gibt es wohl nicht. So ist es nicht abhängig davon ob wir schwach oder stark sind, arm oder reich, gebildet oder ungebildet. Jeder hat seine einmalige Aufgabe. So hat auch jeder die Chance seine Aufgabe anzunehmen und sich zu verwirklichen. Zumindest sich darin zu versuchen. Ist es nicht das, was einen Menschen anziehend macht? Es lässt einen Menschen strahlen. Ja es hat sogar was heilendes. Auch wenn in den Augen anderer, der Versuchende oftmals als ein Scheiternder wirkt oder als armer angesehen wird.

 

“Ja, sagen Sie zu sich, zu Ihrer Absonderung, Ihren Gefühlen, Ihrem Schicksal! Es gibt keinen andern Weg. Wohin er führt, weiß ich nicht, aber er führt ins Leben, in die Wirklichkeit, ins Brennende und Notwendige. Sie können ihn unerträglich finden und sich das Leben nehmen, das steht jedem offen, der Gedanke daran tut oft wohl, auch mir. Aber ihm entgehen, durch Entschluß, durch Verrat am eigenen Schicksal und Sinn, durch Anschluß an die “Normalen”, das können Sie nicht. Es würde nicht lang gelingen und größere Verzweiflung bringen als die jetzige. ”

Hermann Hesse

XLIX. “whimsical”

 

Betrunken von mir selbst. Gott, wie ätzend es sein kann sich dem Leben zu stellen, sich selbst zu stellen. Zumindest glaube ich, dass ich das tue. Zu behaupten erleuchtet zu sein wäre ein Fehler. Nein, es wäre Dummheit.

Wissen. Die wahrscheinlich stärkste Ressource der Machtausübung. Kontrolliert man sie, hat man die Macht. Meinungsmanagement ist billiger als echte Gewalt. Der Mensch verhält sich von Natur aus nicht rational, wir sind freiheitsliebend. Wir wären freiheitsliebend. Wir haben nicht einmal mehr das Wissen welche Manipulationen auf uns ausgeübt werden. Die Schwachstellen unserer Geistes werden ausgenutzt und wir merken es nicht einmal. Mentalvergiftung. Wir, das Volk, die Schafe, wir lassen uns mit offenen Augen betrügen. Die Eliten und das Volk. Wer erfindet solche Unterscheidungen? Kategorien die wir einfach so akzeptieren. Das schweigen der Schafe. Aphatie. Wir folgen einfach blind der Horde und überhören gerne die innere Stimme, die oftmals versucht was anderes zu sagen.

Okay für heute wieder genug “gejammert” oder bewusst wahrgenommnen. Ich beginne wieder bei mir selbst. Alles geht von mir aus.  Alles. Einfach alles. Hier ist meine Situation. Wo stehe ich? Über was definiere ich mich? Bin ich es selbst oder sind es andere die mich steuern? Gebe ich anderen die Schuld? Nutze ich meine Chance? Das ist mein Leben, meine Chance, meine Möglichkeit.

Lasst uns annehmen, wir könnten unsere Träume selbst gestalten. Die Nacht wird zum Tag. Der Schlaf, bzw. der Traum komplett frei für Fantasie. Wie würde er aussehen ?

“Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel”

Friedrich Nietzsche

 

 

 

XLVIII. “perspective”

Geplagt von täglichen Sinnlosigkeitsattacken lebe ich so durch den Tag. Viele Gedanken kreisen immer wieder durch meinen Kopf. Ist es doch Fluch und Segen zugleich sensibel zu sein, zu spüren ob die Menschen etwas bedrückt, ja oft sogar zu sehen was sie bedrückt. Wir Menschen verlieren immer mehr an Echtheit, anders gesagt, ein verblassen der Bedeutsamkeit breitet sich aus.  Im Schleier des Scheins verstecken wir unsere Ängste. Wird doch immer so getan als ob wir uns so extrem Entwickeln. Es ist oft die Rede von der Entwicklung des Menschen. Sind es aber nicht die Maschinen die sich immer weiterentwickeln? Ist der Mensch nicht schon lange stehengeblieben? Oder hemmt die Technik unsere Entwicklung als menschliches Wesen? Es ist ein sehr komplexes Thema und man kann auch hier nur sehr schwer eine pauschale Aussage darüber treffen. Meiner Meinung nach ist es so, dass wir unsere Menschlichkeit immer weniger ausleben. Wir verblassen ein Stück weit.

Für mich ist es faszinierend zu sehen mit welchen Gedankenmuster wir aufwachsen. Alle Ideale bekommen wir eingeimpft. Der Raum zum freien Denken wird vollgestopft, sodass die Moral gar keine Luft mehr kriegt. Total voreingenommen versuche ich mich immer mehr von meinen Paradigmen zu lösen, die mir mein Ego dauernd diktiert. Es ist ein Wechselspiel. Umso nüchterner ich werde, desto betrübter wird mein Blick auf das herrschende Chaos. Jeder Schein lässt sich durch diese Nüchternheit durchbrechen. Das macht es sehr mühsam, denn richtig authentisch ist fast niemand mehr. Bin ich es ?

“Außerhalb der Box” zu denken, es sagt sich so leicht. Was heißt das denn ? Was ist meine Box? Und wie groß, oder besser wie klein ist sie ? Vortrag um Vortrag, Buch um Buch, auf irgendeine Art wird das selbe gepredigt. Sehe ich das so ? Innerhalb meiner Box ? Oder ist es die Klarheit die mich einfach die Realität sehen lässt?

“Es gibt nur ein perspektifisches Sehen, nur ein perspektifisches Erkennen und je mehr Affekte wir über eine Sache zu Wort kommen lassen, je mehr Augen, verschiedene Augen wir uns für dieselbe Sache einzusetzen wissen, um so vollständiger wird unser Begriff dieser Sache, unsere Objektivität.”

Friedrich Nietzsche

 

XLVII. “think”

die Gesellschaft, die Demokratie ist nervös. Es wirkt alles sehr zerbrechlich und labil. Ich versuche diese gesellschaftliche Unruhe als belebend aufzufassen. Temporäre Lichtblicke sind spürbar. Lichtblicke entstehen indem wir Narrative erkennen und aus der Matrix aufwachen. Narrative sind sinnstiftende Erzählungen, die Einfluss auf die Art, wie wir die Welt sehen oder anders gesagt wie die Umwelt wahrgenommen wird. Sie transportieren Werte und Emotionen. Es geht nicht darum einem ratzugeben oder zu belehren, sondern einfach zum Nachdenken anzuregen. In einer Zeit, in der Journalisten die besseren Juristen sind ist es alles andere als einfach ein Ideal zu entwickeln.

“Das Denken widersetzt sich der durchgerechneten Antwort, auch weil es selbst die klare Intuition hat, dass Bedeutung und Sinn sich nicht messen lassen. Es macht oft aufreizend  langsam, wenn es verstehen will, was in der Eile schon entschieden sein muss. Es sucht nach Begriffen, die überzeugen und schätzt aus diesem Grund den Widerspruch sehr. Deshalb kann es, auch wo es behäbig wirkt oder gar narrenhaft, doch zugleich Avantgarde sein, weil es sich gegen alltäglichen Selbstverständlichkeiten sträubt: Es will spielen.”  Die ZEIT Oktober 2018

Haben wir nicht genug von der universellen Politik des Reparierens und der Pflege? Kann digitale Arbeit menschlich sein? Was heißt heute Eigentum? Für wen tragen wir heute Verantwortung? Was ist Heimat? Wofür gibt es nationale Grenzen? Ist die Zeit der Menschenrechte vorbei? Was ist gewiss ?

Worüber denkst du ?

“Wir denken selten beim Licht an Finsternis, beim Glück an Elend, bei der Zufriedenheit an Schmerz, aber umgekehrt jederzeit.” Immanuel Kant

XLVI. “progress “

Nach einer etwas längeren Schreibpause bin ich heute wieder zurück. Es war nicht nur eine Schreibpause, sondern auch wieder eine Weiterentwicklung. Gedanken kreisen lassen und ausloten. Spricht das Ego oder ist es die meist vom Ego übertönte innere Stimme, die Herzensstimme, von der wir uns leiten lassen? Kein anderer Weg führt uns zum Ziel der höchsten Lebenskunst, als die Überwindung des Egoismus. Das ist die höchste Entwicklung der Persönlichkeit. Die meisten versuchen sich einzugliedern und das objektiv beste zu geben. Das führt zu eine Verflachung und formt uns zum gleichförmigen Kollektiv.

Wir neigen dazu uns aufzuregen, über die Politik und das System, dabei müssen wir nicht bei den politischen Methoden und Regierungsformen beginnen. Wollen wir wieder Geister haben die uns Zukunft bringen, müssen wir an der Persönlichkeitsentwicklung arbeiten. Ich vergesse es über andere zu Urteilen und Kritik zu üben, weil ich selbst voll von Zweifeln an mich selbst bin.

Unfassbar, auch wenn die Erkenntnis bereits geschehen ist, bedeutet es noch lang keine Veränderung oder Umsetzung. Es ist eher der Beginn des Kampfes zwischen Ego und das was man wirklich für richtig hält. Je mehr Niederlagen das wahre Ich erfährt, desto Stärker wird es. Hinfallen, aufstehen. Hinfallen aufstehen. Wir lernen es als Kind verlernen es und müssen es wieder neu erlernen.

 

” Die Welt will vom Geist nichts wissen. Dem Egoismus der Menschen ist jedes Ideal verhasst, das mehr von ihnen fordert als eine höfliche Maske.”

Hermann Hesse

XLV. “the will”

Hallo Leute. Melde mich mal wieder zurück. Das heutige Thema, dass mich schon länger beschäftigt im Laufe meines Yogaweges, ist der Wille. Wir wissen ja heutzutage sehr viel, das heisst wir können vieles sehr schnell herausfinden. Was wir nur die wenigsten wissen ist wie man Reich wird oder ein glückliches Leben führt. Das Internet ist voll mit coaches, die einem erzählen wie man Reich werden kann, wo sich einer wie ich aber die Frage stellt: “Warum hat man es dann noch nötig hat sich im Internet zu zeigen?” Irgendwie passt das nicht ganz so zusammen. Das nächste witzige ist wie einem Leute erzählen wollen, dass man mit Arbeit reich werden kann bevor man 65 Jahre alt ist. Mein persönliches Ziel war es nie, dennoch muss ich zugeben, dass diese Freiheit finanziell unabhängig zu sein einen großen Luxus bedeuten würde. Ich kann leider nicht beurteilen wie hoch der Preis dafür ist. Es gilt einfach zu verfolgen was man will und sich davon zu trennen was man nicht will.

“Wer nicht kann was er will, muss wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht.”

Leonardo da Vinci

 

Ich gehe jetzt schon eine ganze Weile meinen Yogapfad und bin vollstens davon überzeugt, dass es sich in erster Linie darum geht einen unbändigen Wille zu haben. Nur so kann man seine Träume verwirklichen und seine persönlichen Ziele erreichen. Dazu braucht man keinen Studienabschluss, keine Beziehung, kein Netzwerk. Das einzige was man benötigt ist in einem selbst vorhanden. Der Wille. Wer will, der kann. Die meisten würden sagen es klingt spirituell, darf es auch, denn es geht auch um den innerlichen Geist, der einem sagt zu was man fähig ist und einen antreibt. Grundvoraussetzung ist auf ihn zu hören und die Veränderungen zuzulassen. Es fühlt sich oft sehr komisch an, wenn man seine Komfortzone verlässt, es genügt schon der Gedanke, sind wir von Existenzängsten geplagt. Etwas kann ich garantieren. Verlässt man seine Komfortzone nicht, wird sich auch nie etwas ändern. Das Hamsterrad wird sich drehen und es wird eine müde  machen. Bis wir innerlich diese Stagnation akzeptiert haben und denn Schritt aus der Komfortzone nicht mehr wagen weil wir zu alt sind. Unfassbar wie wichtig wir uns nehmen. Ich spreche von wir weil es einfach die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt betrifft. Wäre dem nicht so, würden einem die meisten gut zureden wenn man von Ideen spricht. Das passiert aber leider nicht, ganz im Gegenteil, es wird einem immer alles zur Nichte gemacht und schlecht geredet, einfach abtrainiert. Man kann die Gesellschaft als Trainer sehen, den eigenen Willen zu stärken. Doch eines ist klar, zu viel Training ist auch nicht gut. Es braucht auch Ruhe, am besten in Form von Meditation, Atemübungen und Schlaf.

“Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft, viel mehr aus unbeugsamen Willen.”

Gandhi