L. “task”

Ein Lebensbild, produziert von der Traumfabrik. Hollywood. Happy End. “Story of my life”. Eine Illusion die uns glücklich machen soll. Schön “step by step” alles abarbeiten. Eine Liste, die wir uns vorgeben lassen. Ein Hamsterrad in das wir gepresst werden. Ist das Bewusstsein erst mal soweit das ganze wahrzunehmen, kann man sagen man presst sich selbst hinein. Mittlerweile ist es fad. Fad wie ein Kaugummi, den man zu lange kaut.

Es muss wohl so sein, dass das Leben jedem eine andere Aufgabe stellt. Eine andere Annahme wäre wohl sehr oberflächlich oder sehr vermessen. Nur diese These gibt für mich Sinn. Eine angeborene Unfähigkeit zum Leben gibt es wohl nicht. So ist es nicht abhängig davon ob wir schwach oder stark sind, arm oder reich, gebildet oder ungebildet. Jeder hat seine einmalige Aufgabe. So hat auch jeder die Chance seine Aufgabe anzunehmen und sich zu verwirklichen. Zumindest sich darin zu versuchen. Ist es nicht das, was einen Menschen anziehend macht? Es lässt einen Menschen strahlen. Ja es hat sogar was heilendes. Auch wenn in den Augen anderer, der Versuchende oftmals als ein Scheiternder wirkt oder als armer angesehen wird.

 

“Ja, sagen Sie zu sich, zu Ihrer Absonderung, Ihren Gefühlen, Ihrem Schicksal! Es gibt keinen andern Weg. Wohin er führt, weiß ich nicht, aber er führt ins Leben, in die Wirklichkeit, ins Brennende und Notwendige. Sie können ihn unerträglich finden und sich das Leben nehmen, das steht jedem offen, der Gedanke daran tut oft wohl, auch mir. Aber ihm entgehen, durch Entschluß, durch Verrat am eigenen Schicksal und Sinn, durch Anschluß an die “Normalen”, das können Sie nicht. Es würde nicht lang gelingen und größere Verzweiflung bringen als die jetzige. ”

Hermann Hesse

XLIX. “whimsical”

 

Betrunken von mir selbst. Gott, wie ätzend es sein kann sich dem Leben zu stellen, sich selbst zu stellen. Zumindest glaube ich, dass ich das tue. Zu behaupten erleuchtet zu sein wäre ein Fehler. Nein, es wäre Dummheit.

Wissen. Die wahrscheinlich stärkste Ressource der Machtausübung. Kontrolliert man sie, hat man die Macht. Meinungsmanagement ist billiger als echte Gewalt. Der Mensch verhält sich von Natur aus nicht rational, wir sind freiheitsliebend. Wir wären freiheitsliebend. Wir haben nicht einmal mehr das Wissen welche Manipulationen auf uns ausgeübt werden. Die Schwachstellen unserer Geistes werden ausgenutzt und wir merken es nicht einmal. Mentalvergiftung. Wir, das Volk, die Schafe, wir lassen uns mit offenen Augen betrügen. Die Eliten und das Volk. Wer erfindet solche Unterscheidungen? Kategorien die wir einfach so akzeptieren. Das schweigen der Schafe. Aphatie. Wir folgen einfach blind der Horde und überhören gerne die innere Stimme, die oftmals versucht was anderes zu sagen.

Okay für heute wieder genug “gejammert” oder bewusst wahrgenommnen. Ich beginne wieder bei mir selbst. Alles geht von mir aus.  Alles. Einfach alles. Hier ist meine Situation. Wo stehe ich? Über was definiere ich mich? Bin ich es selbst oder sind es andere die mich steuern? Gebe ich anderen die Schuld? Nutze ich meine Chance? Das ist mein Leben, meine Chance, meine Möglichkeit.

Lasst uns annehmen, wir könnten unsere Träume selbst gestalten. Die Nacht wird zum Tag. Der Schlaf, bzw. der Traum komplett frei für Fantasie. Wie würde er aussehen ?

“Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel”

Friedrich Nietzsche

 

 

 

XLVIII. “perspective”

Geplagt von täglichen Sinnlosigkeitsattacken lebe ich so durch den Tag. Viele Gedanken kreisen immer wieder durch meinen Kopf. Ist es doch Fluch und Segen zugleich sensibel zu sein, zu spüren ob die Menschen etwas bedrückt, ja oft sogar zu sehen was sie bedrückt. Wir Menschen verlieren immer mehr an Echtheit, anders gesagt, ein verblassen der Bedeutsamkeit breitet sich aus.  Im Schleier des Scheins verstecken wir unsere Ängste. Wird doch immer so getan als ob wir uns so extrem Entwickeln. Es ist oft die Rede von der Entwicklung des Menschen. Sind es aber nicht die Maschinen die sich immer weiterentwickeln? Ist der Mensch nicht schon lange stehengeblieben? Oder hemmt die Technik unsere Entwicklung als menschliches Wesen? Es ist ein sehr komplexes Thema und man kann auch hier nur sehr schwer eine pauschale Aussage darüber treffen. Meiner Meinung nach ist es so, dass wir unsere Menschlichkeit immer weniger ausleben. Wir verblassen ein Stück weit.

Für mich ist es faszinierend zu sehen mit welchen Gedankenmuster wir aufwachsen. Alle Ideale bekommen wir eingeimpft. Der Raum zum freien Denken wird vollgestopft, sodass die Moral gar keine Luft mehr kriegt. Total voreingenommen versuche ich mich immer mehr von meinen Paradigmen zu lösen, die mir mein Ego dauernd diktiert. Es ist ein Wechselspiel. Umso nüchterner ich werde, desto betrübter wird mein Blick auf das herrschende Chaos. Jeder Schein lässt sich durch diese Nüchternheit durchbrechen. Das macht es sehr mühsam, denn richtig authentisch ist fast niemand mehr. Bin ich es ?

“Außerhalb der Box” zu denken, es sagt sich so leicht. Was heißt das denn ? Was ist meine Box? Und wie groß, oder besser wie klein ist sie ? Vortrag um Vortrag, Buch um Buch, auf irgendeine Art wird das selbe gepredigt. Sehe ich das so ? Innerhalb meiner Box ? Oder ist es die Klarheit die mich einfach die Realität sehen lässt?

“Es gibt nur ein perspektifisches Sehen, nur ein perspektifisches Erkennen und je mehr Affekte wir über eine Sache zu Wort kommen lassen, je mehr Augen, verschiedene Augen wir uns für dieselbe Sache einzusetzen wissen, um so vollständiger wird unser Begriff dieser Sache, unsere Objektivität.”

Friedrich Nietzsche

 

XLVII. “think”

die Gesellschaft, die Demokratie ist nervös. Es wirkt alles sehr zerbrechlich und labil. Ich versuche diese gesellschaftliche Unruhe als belebend aufzufassen. Temporäre Lichtblicke sind spürbar. Lichtblicke entstehen indem wir Narrative erkennen und aus der Matrix aufwachen. Narrative sind sinnstiftende Erzählungen, die Einfluss auf die Art, wie wir die Welt sehen oder anders gesagt wie die Umwelt wahrgenommen wird. Sie transportieren Werte und Emotionen. Es geht nicht darum einem ratzugeben oder zu belehren, sondern einfach zum Nachdenken anzuregen. In einer Zeit, in der Journalisten die besseren Juristen sind ist es alles andere als einfach ein Ideal zu entwickeln.

“Das Denken widersetzt sich der durchgerechneten Antwort, auch weil es selbst die klare Intuition hat, dass Bedeutung und Sinn sich nicht messen lassen. Es macht oft aufreizend  langsam, wenn es verstehen will, was in der Eile schon entschieden sein muss. Es sucht nach Begriffen, die überzeugen und schätzt aus diesem Grund den Widerspruch sehr. Deshalb kann es, auch wo es behäbig wirkt oder gar narrenhaft, doch zugleich Avantgarde sein, weil es sich gegen alltäglichen Selbstverständlichkeiten sträubt: Es will spielen.”  Die ZEIT Oktober 2018

Haben wir nicht genug von der universellen Politik des Reparierens und der Pflege? Kann digitale Arbeit menschlich sein? Was heißt heute Eigentum? Für wen tragen wir heute Verantwortung? Was ist Heimat? Wofür gibt es nationale Grenzen? Ist die Zeit der Menschenrechte vorbei? Was ist gewiss ?

Worüber denkst du ?

“Wir denken selten beim Licht an Finsternis, beim Glück an Elend, bei der Zufriedenheit an Schmerz, aber umgekehrt jederzeit.” Immanuel Kant

XLVI. “progress “

Nach einer etwas längeren Schreibpause bin ich heute wieder zurück. Es war nicht nur eine Schreibpause, sondern auch wieder eine Weiterentwicklung. Gedanken kreisen lassen und ausloten. Spricht das Ego oder ist es die meist vom Ego übertönte innere Stimme, die Herzensstimme, von der wir uns leiten lassen? Kein anderer Weg führt uns zum Ziel der höchsten Lebenskunst, als die Überwindung des Egoismus. Das ist die höchste Entwicklung der Persönlichkeit. Die meisten versuchen sich einzugliedern und das objektiv beste zu geben. Das führt zu eine Verflachung und formt uns zum gleichförmigen Kollektiv.

Wir neigen dazu uns aufzuregen, über die Politik und das System, dabei müssen wir nicht bei den politischen Methoden und Regierungsformen beginnen. Wollen wir wieder Geister haben die uns Zukunft bringen, müssen wir an der Persönlichkeitsentwicklung arbeiten. Ich vergesse es über andere zu Urteilen und Kritik zu üben, weil ich selbst voll von Zweifeln an mich selbst bin.

Unfassbar, auch wenn die Erkenntnis bereits geschehen ist, bedeutet es noch lang keine Veränderung oder Umsetzung. Es ist eher der Beginn des Kampfes zwischen Ego und das was man wirklich für richtig hält. Je mehr Niederlagen das wahre Ich erfährt, desto Stärker wird es. Hinfallen, aufstehen. Hinfallen aufstehen. Wir lernen es als Kind verlernen es und müssen es wieder neu erlernen.

 

” Die Welt will vom Geist nichts wissen. Dem Egoismus der Menschen ist jedes Ideal verhasst, das mehr von ihnen fordert als eine höfliche Maske.”

Hermann Hesse

XLIV. “health”

hallo. Wollte nur mal erinnern wie schön es eigentlich ist, wenn man gesund ist. Ich mein vor lauter Problemen, die wir uns ständig machen, vergessen wir das sehr schnell. Es ist schon immer wieder faszinierend wie schnell sich die Dinge relativieren können , wenn man verletzt oder krank ist. Sind wir wieder fit und gesund, patsch! Ist alles wieder im alten Muster. Das Streben nach mehr und die ständige Unzufriedenheit nehmen wieder Kurs und fahrt auf. Je besser es uns geht, desto unglücklicher sind wir. Der Glücksfaktor ist einfach ausgereizt. In Vorarlberg geht es den Menschen besonders gut, jetzt könnt ihr euch vorstellen wie unzufrieden die Menschen hier sind. Es betrifft aber die meisten Menschen auf der ganzen Welt, besonders eben in Ländern mit hohem Lebensstandard.

” Besonders überwiegt alle äußeren Güter so sehr, dass wahrlich ein gesunder Bettler glücklicher ist, als ein kranker König”

Arthur Schopenhauer

 

XL. “soul”

Namaste Leute. Für die, die mich noch nicht kennen, ich meditiere und praktiziere Yoga, jeden Tag. Man wird immer fitter, nichts neues. Doch was wirklich faszinierend ist, ist dass ein innerliches aufbäumen sich breit macht, ich kann es noch nicht einstufen, aber es macht sich etwas breit. Was ich eigentlich sagen will ist, dass ich mich aus meiner Komfortzone nicht entfernen will, obwohl ich merke, dass die Art wie ich lebe mich nicht erfüllt, Arbeiten und Geld verdienen und konsumieren. In allen möglichen Formen des Konsums und der Arbeit. Aus Angst und Unwissenheit was ich wirklich in meinem Leben machen will, beziehungsweise für was ich bestimmt bin bewege ich mich noch immer in meiner Komfortzone. Dennoch komm ich voran, in langsamen und manchmal wirklich schweren Schritten, aber es geht voran.

Theorien sagen, dass die meisten von uns mit einer vereinten Seele geboren werden, dass wir uns aber sehr früh von unserer Seele trennen und irgendeinen Platz einnehmen und ein Leben lang irgendwas machen für das wir aber nicht bestimmt sind und einen Preis dafür bezahlen, meistens indem wir es in Süchten ausleben. Jetzt gibt es ein Institut in Costa Rica, dass eben genau diesen Prozess, die Seele mit unserem Ich wieder zu vereinen, ermöglichen soll. Klingt mega einfach. Sie bezeichnen es als Wunder. Ich konnte mir bis vor 2 Monaten nicht vorstellen sogenannte “plant medicine” (Ayahuasca) zu mir zu nehmen, doch jetzt bin ich soweit, beziehungsweise, hab ich gar keine Angst mehr davor irgendein Risiko einzugehen, dass mich weiterbringen kann oder mir mehr Lebensgefühl bereitet. Ich warte gespannt auf meine Erfahrung und werde mit Freude berichten.