XLIX. “whimsical”

 

Betrunken von mir selbst. Gott, wie ätzend es sein kann sich dem Leben zu stellen, sich selbst zu stellen. Zumindest glaube ich, dass ich das tue. Zu behaupten erleuchtet zu sein wäre ein Fehler. Nein, es wäre Dummheit.

Wissen. Die wahrscheinlich stärkste Ressource der Machtausübung. Kontrolliert man sie, hat man die Macht. Meinungsmanagement ist billiger als echte Gewalt. Der Mensch verhält sich von Natur aus nicht rational, wir sind freiheitsliebend. Wir wären freiheitsliebend. Wir haben nicht einmal mehr das Wissen welche Manipulationen auf uns ausgeübt werden. Die Schwachstellen unserer Geistes werden ausgenutzt und wir merken es nicht einmal. Mentalvergiftung. Wir, das Volk, die Schafe, wir lassen uns mit offenen Augen betrügen. Die Eliten und das Volk. Wer erfindet solche Unterscheidungen? Kategorien die wir einfach so akzeptieren. Das schweigen der Schafe. Aphatie. Wir folgen einfach blind der Horde und überhören gerne die innere Stimme, die oftmals versucht was anderes zu sagen.

Okay für heute wieder genug “gejammert” oder bewusst wahrgenommnen. Ich beginne wieder bei mir selbst. Alles geht von mir aus.  Alles. Einfach alles. Hier ist meine Situation. Wo stehe ich? Über was definiere ich mich? Bin ich es selbst oder sind es andere die mich steuern? Gebe ich anderen die Schuld? Nutze ich meine Chance? Das ist mein Leben, meine Chance, meine Möglichkeit.

Lasst uns annehmen, wir könnten unsere Träume selbst gestalten. Die Nacht wird zum Tag. Der Schlaf, bzw. der Traum komplett frei für Fantasie. Wie würde er aussehen ?

“Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel”

Friedrich Nietzsche

 

 

 

XLVIII. “perspective”

Geplagt von täglichen Sinnlosigkeitsattacken lebe ich so durch den Tag. Viele Gedanken kreisen immer wieder durch meinen Kopf. Ist es doch Fluch und Segen zugleich sensibel zu sein, zu spüren ob die Menschen etwas bedrückt, ja oft sogar zu sehen was sie bedrückt. Wir Menschen verlieren immer mehr an Echtheit, anders gesagt, ein verblassen der Bedeutsamkeit breitet sich aus.  Im Schleier des Scheins verstecken wir unsere Ängste. Wird doch immer so getan als ob wir uns so extrem Entwickeln. Es ist oft die Rede von der Entwicklung des Menschen. Sind es aber nicht die Maschinen die sich immer weiterentwickeln? Ist der Mensch nicht schon lange stehengeblieben? Oder hemmt die Technik unsere Entwicklung als menschliches Wesen? Es ist ein sehr komplexes Thema und man kann auch hier nur sehr schwer eine pauschale Aussage darüber treffen. Meiner Meinung nach ist es so, dass wir unsere Menschlichkeit immer weniger ausleben. Wir verblassen ein Stück weit.

Für mich ist es faszinierend zu sehen mit welchen Gedankenmuster wir aufwachsen. Alle Ideale bekommen wir eingeimpft. Der Raum zum freien Denken wird vollgestopft, sodass die Moral gar keine Luft mehr kriegt. Total voreingenommen versuche ich mich immer mehr von meinen Paradigmen zu lösen, die mir mein Ego dauernd diktiert. Es ist ein Wechselspiel. Umso nüchterner ich werde, desto betrübter wird mein Blick auf das herrschende Chaos. Jeder Schein lässt sich durch diese Nüchternheit durchbrechen. Das macht es sehr mühsam, denn richtig authentisch ist fast niemand mehr. Bin ich es ?

“Außerhalb der Box” zu denken, es sagt sich so leicht. Was heißt das denn ? Was ist meine Box? Und wie groß, oder besser wie klein ist sie ? Vortrag um Vortrag, Buch um Buch, auf irgendeine Art wird das selbe gepredigt. Sehe ich das so ? Innerhalb meiner Box ? Oder ist es die Klarheit die mich einfach die Realität sehen lässt?

“Es gibt nur ein perspektifisches Sehen, nur ein perspektifisches Erkennen und je mehr Affekte wir über eine Sache zu Wort kommen lassen, je mehr Augen, verschiedene Augen wir uns für dieselbe Sache einzusetzen wissen, um so vollständiger wird unser Begriff dieser Sache, unsere Objektivität.”

Friedrich Nietzsche